Asoziale für Deutschland

Die Summe der Einzelteile ist das Ganze.

Sicher mag es viele Gründe geben, in einer Partei zu sein. Manche mögen auch in der Vergangenheit liegen, aber soweit es die AfD betrifft, verdichten sich im wahrsten Sinne des Wortes Standpunkte, die originär rassistisch sind.

Wer also AfD wählt, kann sich nicht mehr herausreden. Es geht nicht darum, ein wenig konservativer zu wählen als CDU/CSU, mehr Sicherheit auf Weihnachtsmärkten haben zu wollen oder Protest zu äußern, sondern schlicht darum, die, nach der NPD, radikalsten Feinde der Demokratie und Humanität zu wählen.

Es mag manchen überraschen, aber das Wahlrecht zielt auf Verantwortung. Kurz, wer Rassisten wählt, bekommt völkische Politik.

Gottfried Klasen […] sitzt für die AfD im Kasseler Kreistag – war sogar kurzzeitig ihr Vize-Kreisvorsitzender – und macht aus seinem antisemitischen Weltbild kein Geheimnis. –>

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern(Für die Leser des Cicero, Weber stammt aus Baden-Württemberg), Dr. Ralph Weber, Juraprofessor der Universität Greifswald, spricht davon, dass Deutschland eine Umvolkung drohen würde. –>

In einer Facebook-Nachricht warnt Weber vor angeblich drohender „multikultureller Umgestaltung“, einem „großen Austausch“ der Bevölkerung durch Überfremdung. Dies dürfe nicht geschehen. Zitat: „Wir ,Biodeutsche’ mit zwei deutschen Eltern und vier deutschen Großeltern müssen hierfür sorgen.“ –> + –> + –> + –>

Hier stellt die AfD die Verbindung zu den NS-Rassegesetzen her.

Die Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 definierte, wer als „jüdischer Mischling“ Reichsbürger bleiben könne und wer als „Jude“ davon ausgeschlossen sei:
— Personen mit mindestens drei jüdischen Großeltern galten als (Voll-)„Jude“.

Die biologistische Logik, die deutschen Faschisten als rassistische Begründung für einen beispiellosen Massenmord diente, nutzt die AfD heute, um rassistisch-völkische Bevölkerungspolitik anzukündigen. Ex- und Inklusion sind dabei nur die zwei Seiten derselben Medaille.

Politisch folgerichtig bekämpft die AfD die Erinnerungskultur der Bundesrepublik zum Holocaust, so besagter stellvertretender Fraktionsvorsitzender einer Landtagsfraktion der AfD, oder der frisch vom sächsischen Landesparteitag der AfD auf den Listenplatz 2 für die Bundestagswahl 2017 gewählte Richter am Landgericht Dresden, Jens Maier, der von „Mischvölkern“ spricht, oder der Vorsitzende der AfD im Thüringer Landtag und so weiter und so weiter. Letzterer hat, als er offensichtlich mit Bezug auf das Berliner Holocaust-Mahnmal vom Denkmal der Schande sprach, die Schande der Tat in die Schande der Erinnerung an die Tat umgedeutet. Die Scham der AfD gilt nicht dem deutschen Massenmord, sondern dem Bemühen der Bundesrepublik Deutschland wenigstens die Erinnerung daran wach zu halten.

Also, wer es ein wenig konservativer mag, sehe sich für seine Wahl nach Alternativen um.

Eine Antwort auf „Asoziale für Deutschland“

  1. „Wer Funktionär der Partei ist und eine Meinung äußert, nimmt die gesamte Partei in Haftung.“ Marcus Pretzell seit 2014 Landesvorsitzender der AfD in NRW auf dem jüngsten Parteitag seiner Partei

Kommentare sind geschlossen.