Antiantisemitismus in Grün

Der Büroleiter und Persönliche Referent von Volker Beck, Sebastian Brux, hat ein Mittel gefunden, den politischen Gegner zu diskreditieren: die Stigmatisierung als Antisemit.

Während man noch über die Walser-Bubis-Debatte denken mochte, Bubis hätte bei Walser einen Punkt gesehen, den man kritisieren kann, ist die rhetorische Technik der Denunziation als Antisemit im Alltag Deutschlands längst heimisch geworden.  Zwar gibt es keine Seher, aber die Geschichte hat Walsers Paulskirchenrede inzwischen Recht gegeben, man betrachte nur Brux‘ Post: „antisemitische-bildsprache-bei-der-piratenpartei“ (Das ist doch Ihre Unterschrift, Herr Brux?).

Brux behauptet, dass die plakative Symbolik des Kraken, der die Welt umgreift, antisemitisch sei. Er assoziert dies, weil es in der NS-Propaganda die Symbolik des Kraken gab, der mittels Davidstern als jüdisch gekennzeichnet worden war und ebenfalls die Welt umgriff. Nun sollte man aber Kraken nicht allgemein als jüdisch auffassen. Sie sind nicht nur nicht koscher, sondern eben auch einfach nur Tiere. Die Grünen sollten so etwas wissen. Richtig ist vielmehr, dass die Stigmatisierung das Problem ist, und genau dieser schließt sich Brux an.

Liebe Grüne, die Piraten als Nazis und Antisemiten zu denunzieren verharmlost den Nationalsozialismus in unfassbarer Weise und wird dem politischen Engagement der Piraten nicht gerecht. Herr Brux, retten Sie ein Stück Restwürde der Grünen und entschuldigen Sie sich.

 

P.S.: Ich selbst habe in dem Krakenbild der Piraten eine Netzmetapher gesehen.

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