Marx-Generator

Den meisten Lesern wird der Laptop “Compaq 6735s” von Hewlett Packard wohl nichts sagen. Das ist auch kein Verlust. Ich jedoch kann mich rühmen, wenn auch aus der Not geboren, den 6735s sehr intim zu kennen.

Fangen wir aber von vorn an: Jeder PC verfügt über einige grundlegende Funktionen, die vom sogenannten Basic Input/Output System, kurz BIOS (bzw. inzwische Extensible Firmware Interface oder EFI), gesteuert werden. Da dieses normalerweise in einem EEPROM sitzt, werden seine Einstellungen in einem flüchtigen Speicher vorgehalten. Damit diese Einstellungen also einige Zeit ohne Strom überstehen, wird der Speicher über eine Batterie (normalerweise eine handelsübliche CR 2032-Lithiumbatterie) gespeist. Diese haben zwar eine beachtliche Lebensdauer, aber auch nicht “das ewige Leben”, was letztlich zu Effekten führt, die einige eventuell kennen:

  • Der Rechner kommt nicht mehr über den POST hinaus und zeigt eine Fehlermeldung.
  • Datum und Uhrzeit werden regelmäßig zurückgesetzt.
  • Startreihenfolge, Lüftersteuerung und ähnliche Einstellungen gehen verloren.

An und für sich ist das alles kein Drama, alte Batterie raus, neue rein, alles neu einstellen, fertig. Es sei denn, man ist stolzer Besitzer eines Compaq 6735s (oder vieler anderer Laptops). Dann, und jetzt kommt des Pudels Kern, kann man sich eine gute Stunde mit Schraubendrehern (Plural!) und Plastikhebelwerkzeug am Gerät zu schaffen machen. In groben Zügen läuft das ungefähr so:

  1. Netzkabel abziehen und die Batterie entfernen.
  2. Das DVD-Laufwerk abschrauben und herausnehmen.
  3. Die drei Klappen an der Unterseite öffnen, die Festplatte entfernen und die Antennenkabel der WiFi-Karte abziehen.
  4. Alle achtzehn Schrauben (davon drei im Batterieschacht und je eine unter der Festplatte und der WiFi-Abdeckung) auf der Unterseite entfernen — dabei die beiden Schrauben an den vorderen Ecken nicht vergessen, die sind nämlich unter Gummipfropfen versteckt.
  5. Die obere Abdeckung (mit den Tastern) abziehen, dabei auf das Flachbandkabel achten.
  6. Die Tastatur abheben, was durch die Klebepads einige Kraft erfordert, dabei möglicht das anhängige Flachbandkabel heile lassen.
  7. Jetzt kann man beide Flachbandkabel und die Teile entfernen.
  8. Die Lautsprecher abschrauben und das Kabel abziehen.
  9. Kabel für das Display und die Webcam abziehen und die Antennenkabel (s.o.) herausziehen.
  10. Die Displayscharniere abschrauben, das Display entfernen (sicherheitshalber) und drei weitere Schraube lösen.
  11. Jetzt die Plastikabdeckung abheben und dabei auf das Touchpadkabel achten.
  12. Dann — und nur dann — kann man die Knopfzelle vorne links zwischen USB-Ports und Touchpad gegen eine neue tauschen.
  13. Jetzt das ganze in umgekehrter Reihenfolge wiederholen und hoffen, dass keine Schrauben oder sonstigen Teile übrig bleiben.

Und alles nur, um eine Batterie im Wert von zwei Euro zu wechseln! Wenn das keine große Ingenieurskunst ist… Warum man derartige Verschleißteile nicht unter einer der Klappen unterbringt, verschließt sich mir völlig, Platz genug wäre dafür jedenfalls gewesen.

Wer jetzt noch Lust und Laune hat, selber Hand an seinen 6735s zu legen, für den gibt es hier eine verständliche und gut bebilderte Anleitung. Meinen herzlichen Dank  an die Jungs und Mädels von Inside my Laptop, ohne die diese Odyssee nicht gelungen wäre!

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Liebe Leser,

ich bin dreißig Jahre alt, habe Abitur, der Hochschulabschluss ist mir auf eigenes Betreiben erspart geblieben, aber ich kann immerhin einen Facharbeiterabschluss mein Eigen nennen. Ich reklamiere also hiermit für mich, nicht der dümmste Mensch auf Erden zu sein.

Allerdings dachte ich bisher immer, dass mir das Gefühl, “der Welt da draußen nicht mehr folgen zu können”, wenigstens noch weitere dreißig Jahre erspart bleibt. War wohl nix.

Da wird ein Gesetz zur Bestandsdatenauskunft verabschiedet, welches es den Behörden unter anderem erlaubt PIN- und PUK-Nummer des Smartphones oder Handys, IP-Adresse, Klartext-Passwörter für Mailaccounts beim Provider und Zugangsdaten zu digitalen Adressbüchern abzurufen. Der Vorstoß hatte in der Netzgemeinde, bei Datenschützern und sogar in den Mainstreammedien einiges an Protest erfahren. Trotz allem stimmt auch ein großer Teil der Opposition dafür, die SPD übrigens mit der hirnrissigst möglichen Erklärung: “Wenn wir an der Macht sind, machen wir ein Besseres.”

Aber auch Schwarz/Geld versagt mal wieder auf ganzer Linie. Das an sich gar nicht so blöde Projekt De-Mail nimmt immer abstrusere Auswüchse an. Inzwischen ist man auf die Idee gekommen, die Mails vom Provider auf Viren prüfen zu lassen. Das bedeutet leider aber gleichzeitig, dass alle De-Mails auf dem Server — also außerhalb der Kontrolle des Absenders — entschlüsselt und verarbeitet werden. Das ist eigentlich rein rechtlich nicht zulässig, weshalb für De-Mail-Provider eine Ausnahmeregelung in das entsprechende Gesetz geschrieben wurde.
Wer sich jetzt Sorgen macht, dass die entschlüsselten Daten missbraucht werden könnten, dem sei mitgeteilt, dass die De-Mail absolut sicher ist, weil ein solcher Missbrauch natürlich gesetzlich verboten ist.

Ach so, in Afghanistan ist ein deutscher Kommandosoldat (was tun die da eigentlich?) von Aufständischen erschossen worden. Mein Beileid an die Angehörigen. Warum jedoch deswegen eine längere Fernsehansprache des Verteidigungsministers nötig ist, erschließt sich mir nicht.
Ein Soldat ist im Krieg vom Feind getötet worden. Wer zum Töten ausgebildet ist, muss beim Zusammenstoß mit seinem Pendant damit rechnen, dass sein Gegenüber auch eine gute Ausbildung hatte. Um hier einen der großen deutschen Kabarettisten zu zitieren: “Tod ist der denkbare Abschluss eines soldatischen Arbeitstages.”

Israel verletzt den Luftraum zweier souveräner Staaten und bombardiert Ziele in Syrien. Das allein ist ein Unding. Wenn mir dann aber der Deutschlandfunk, trotz allem immer noch einer der Goldstandards im deutschen Journalismus, sinngemäß erklärt, “wenn der Libanon (bzw. die Hisbolla) in der Lage wäre, die Verletzung seines Luftraums selbst zu ahnden, ist das für Israel nicht hinnehmbar”, kann das doch wohl nur Realsatire sein.
Noch einmal zum Mitschreiben: Wenn Israel die Souveränität des Libanon verletzt, indem es mit bewaffneten Militärflugzeugen in den libanesischen Luftraum eindringt, ist es nicht hinnehmbar, dass der Libanon diese Souveränität verteidigt, indem er versucht diese Flugzeuge abzuschießen? Über eigenem Territorium? Warum bombardieren deutsche Eurofighter eigentlich keine Chop Shops in Polen? Scheint ja nicht so tragisch zu sein.

In den Niederlanden wird über ein Gesetz beraten, welches Angeklagte zwingen soll, ihre Passwörter z.B. für eine Festplattenverschlüsselung heraus zu geben. Der rechtsstaatliche Grundsatz, dass sich ein Angeklagter nicht selbst belasten muss, tritt in Anbetracht des Totschlagarguments Kinderpornografie natürlich in den Hintergrund.

Die Schweiz, der neutralste Staat der Welt, verabschiedet sich von der Netzneutralität. Und da die Schweitzer, Zitat DLF, “mit einem gesunden  Misstrauen gegen Verwaltung und Regierung” gesegnet sind, wollen sie diesen eklatanten Verstoß gegen die Grundsätze des weltweiten Netzes in einen internationalen Standard gießen.
Ja, das ist übrigens dieselbe Schweiz, in der auch gegen vierzehnjährige Mädchen wegen Herstellung von Kinderpornographie ermittelt wird, wenn sie sich selber beim Onanieren fotografieren.
Im Nachhinein erscheint mir Steinbrücks Idee mit der Kavallerie nicht mehr ganz so blöd zu sein.

Währenddessen verklagt Belgien Deutschland vor der EU-Kommision wegen Wettbewerbsverzerrung. Grund: Lohndumping im reichsten Land Europas. So ist das also, wenn “[...] diese Koalition dafür sorgt, dass es Deutschland gut geht”, wie Herr Rösler meint.

Zum Abschluss noch ein Lacher: Die USA verklagen ehemalige Guantanamo-Folteropfer, weil diese Beschreibungen der robusten Verhörmethoden der CIA veröffentlicht haben. Offensichtlich sieht die CIA darin einen Verstoß gegen ihr Copyright.

Und so stelle ich Tag für Tag fest, dass die Realität immer wieder die Satire überholt.

Edit: Und dann war da noch die Geschichte von dem dreizehnjährigen Mädchen das für 7500€ Prozesskosten haften soll weil ihre mutter vor 6 Jahren einen Antrag falsch ausgefüllt hat. Ich dachte immer Sippenhaft gäbe es in Deutschland nicht.

Der Wahnsinn nimmt also kein Ende.

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So macht man sich Freunde.

Kein halbes Jahr, nachdem Disney den Star-Wars-Franchise für schlappe 4 Mrd. Dollar gekauft hat, heißt es jetzt “Aus für LucasArts”.

LUCASARTS!

Monkey Island-LucasArts, Maniac Manison-LucasArts, Loom-LucasArts, X-Wing-LucasArts, Rebel Assault-LucasArts, Sam & Max Hit the Road-LucasArts, Grim Fandango-LucasArts, Dark Forces/Jedi Knight-LucasArts, Knights of the Old Republic-LucasArts, The Force Unleashed-LucasArts. Um nur einige zu nennen.

Warum verprügelt Robert Igner nicht gleich Gamer auf offener Straße? Auch wenn der Spielemarkt im Moment hart umkämpft ist, macht man doch nicht einfach so eine der traditionsreichsten und kreativsten Spieleschmieden der Videospielgeschichte dicht, zumal 1313 schon in den Startlöchern stand und einiges an Vorschusslorbeeren eingesackt hat.

Die Spiele zu den drei kommenden Star-Wars-Filmen sollen jetzt als Lizenz vergeben werden, jedem der “Green Lantern: Rise of the Manhunters“, “Thor: God of Thunder” oder “Terminator: Salvation” kennt, dem schwant jetzt sicherlich Böses.

Damit dürfte der Ausverkauf jetzt endgültig beschlossene Sache sein.

Danke, George Lucas, danke, Disney!

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