Tote Gegend

Am Sonntag, den 24. März war es endlich wieder soweit. Inspector Barneby ist zurück! Nach einer schier endlos scheinenden Lund-Pause begeistern der Inspector und sein Sergeant Inspector Jones in neuen Folgen das deutsche Fernsehpublikum. „Midsomer Murders“, wie die Serie im Original heißt, besticht durch Charm(e), typisch englischen Humor und mindestens drei Tote*.

In der dritten Folge der zwölften Staffel, die zuletzt lief, spielte ein Teil der rückblickenden Handlung im Berlin der 1980er. Claro, die Deutschen waren hier wieder die Bösen. Aber die Schurkenrolle ist ja nichts Neues. Damit kann ich leben. Zwei Sachen haben mich aber dennoch irritiert/amüsiert.

  1.  Im Osten wurde Waterboarding als Folter eingesetzt. Aha. Na gut. Ich würde niemals behaupten, dass es in der DDR keine Folter gab, aber Waterboarding? Das haben die auch nur mit aufgenommen, weil es grade hipp ist, darüber zu diskutieren, oder?
  2. Sogar die Ost-Berliner Volkspolizisten sächseln. Das ist der deutschen Synchronisation zu schulden — im Original — . Warum müssen denn immer alle Ossis einen sächsischen Dialekt haben? Da scheint sich die deutsche Film- und Fernsehindustrie seit Go Trabi Go einig zu sein. Als Thüringer möchte ich mich hiermit offiziell beschweren. Ich werde diskriminiert. Was sollen erst die Mecklenburger oder halt die Berliner sagen?

* Wenn man bedenkt, dass die zwei Toten vom letzten Münsteraner Tatort schon überdurchschnittlich viele für deutsche Verhältnisse sind, erscheint die englische Serie gerade zu blutrünstig.  Seit die Serie 1997 ihren Anfang nahm, wurden 95 Folgen in 15 Staffeln ausgestrahlt. Hochgerechnet kommt man auf 285 Tote in 16 Jahren. Es scheint eine Gefährliche Gegend zu sein, dieses Midsomer County.