Don’t shoot the search engine

Man muss Google ja nicht mögen.
Im Gegenteil, ein gesundes Misstrauen gegen den Suchmaschinenriesen, gegen Android und, seit neuestem, gegen seine vernetzten Feuermelder ist durchaus angeraten.
Was sich der EuGH  hier wieder geleistet hat, zeigt aber einmal mehr, dass die alten Männer (und Frauen) in Juristerei und Politik absolut keine Ahnung von dem haben, über was sie da entscheiden sollen.

„Don’t shoot the messenger“ besagt ein altes Sprichwort. Genau das hat das EuGH mit seiner Entscheidung aber getan.
Oder frei nach dem Deutschlandfunk: „Es ist als ob eine Bibliothek ein Buch aus dem Index streicht, aber im Regal stehen lässt“.

Die Quintessenz einer Suchmaschine, daher der Name, ist Inhalte zu finden, nicht selbige zu generieren. Von Goolge jetzt ein „digitales Vergessen“ im Sinne einer Löschung aus dem Index zu verlangen, setzt am völlig falschen Punkt an.
Schuldig ist hier nicht der Überbringer, sondern der Urheber der Nachricht. Warum wendet man sich nicht an ihn mit der Bitte, den Inhalt zu entfernen? Danach kann man sich über und mit Caches und Internetarchive streiten, aber die waren ja nicht einmal Gegenstand des Urteils. Auch ist Google sicherlich nicht die einzige Suchmaschine im world wide web, verklag doch bitte mal einer Baidu vor dem EuGH, dann haben wir wenigstens alle etwas zu lachen.

Unsere furchtsamen Medien wiederum, zusammen mit dem Justizminister, sind sich nicht zu blöd, das Urteil als großen Sieg für den Datenschutz zu preisen. Ich hätte nicht dabei sein wollen, wenn stattdessen die Zeitung zum Löschen des Artikels verurteilt worden wäre. Ein Schlag gegen die Pressefreiheit, sicherlich!

Man bekommt manchmal das Gefühl, dass Google jetzt stellvertretend für alle unsere Datenschutzdesaster büßen soll oder aber, dass oben erwähnte Juristen und Politiker ohne Sinn und Verstand wild um sich schlagen, um auch mal was in Sachen Internet vorweisen zu können.

Wer will, kann ihnen (oder sich) diesen Artikel ja ausdrucken.

Eine Antwort auf „Don’t shoot the search engine“

  1. Dieser Artikel zerstört sich in 10 Jahren von selbst! (im Hintergrund läuft die Titelmelodie von „Mission Impossible“ – aus der Serie und nicht aus den Filmen)

Kommentare sind geschlossen.