Es empfiehlt sich immer etwas Appel(t) im Haus zu haben!

Am letzten Wochenende durfte ich leider nicht zum Konzert meiner Lieblingsband. Da gab es schon gefühlte fünf Minuten nach Verkaufsstart keine Karten mehr. Nein, ich war eingeladen zu einem Comedy-Abend um Ingo Appelt. Kennt den noch jemand? Bekannt geworden in den 90ern durch RTL-Samstagnacht, seit 10 Jahren dann doch eher auf dem absteigenden Ast der Berühmtheit. Nicht zuletzt aufgrund seines sehr sub-gürtellinigen Humors, wie ich mir sagen ließ.
Ich also, eingeladen von meiner Mutter, Sonntag ins Volkshaus nach Sömmerda (ja, in solchen Städten tritt er jetzt auf) zu Ingo Appelts Programm „Göttinnen“ gegangen und hinsichtlich des zu erwartenden Niveaus musste bzw. konnte ich mich nicht nach unten korrigieren.

Der arme 14-jährige Junge in der ersten Reihe, der mit seiner Oma da war, wird diesen Abend so schnell nicht vergessen. Was er sich nicht alles anhören musste: Fragen zu seinem wahrscheinlich nicht existierenden Sex-Leben und pubertären Problemen sowie Ratschläge, die man besser nicht befolgen sollte. Auch Judith, die Dame aus Reihe fünf hat ihr Fett wegbekommen, als sie bereits nach 20 min. Programm fluchtartig die Toiletten aufsuchte um anschließend vom Künstler und einem Großteil des Publikums mit dem Ständchen „Judith, Du alte Pissnelke“ zurück begrüßt zu werden. (Und das gehörte noch zu den anspruchsvolleren Gags).

Vieles, was an diesem Abend gesagt wurde, kann man hier gar nicht wiederholen, ohne eine Altersbeschränkung für unter 18jährige einzuführen. Nur so viel: Das Publikum bestand zu 60% aus Damen zwischen 45 und 65, zu 30% aus Männern, deren Blüte in den späten 90ern lag, und 10 % U35. Und 95% hat’s gefallen!