Feministische Filme (5): Zero Dark Thirty

Der Feminismus ist auf der anderen Seite, auf der brutalen, angekommen.

Kathryn Bigelow zeigt uns in „Zero Dark Thirty“ eine CIA-Agentin, die jünger und härter ist als alle Anderen. So wirft z.B. ihr Folterausbilder — ein  Dr. phil. — das Handtuch, nachdem sich die politische Großwetterlage ändert und die eben noch legal Gefolterten nun wieder auf Rechte hoffen dürfen, die sie in den Stand versetzen sich zu wehren, z.B. ihre Peiniger anzuklagen oder schlicht auf Todeslisten zu setzen. Seine Begründung: Ich habe zu viele Männer entblößt.

Die Hauptfigur, um die herum sich der ganze Film dreht, ist ganz asketische Kriegerin. Ihr einziges Laster: sich von Junkfood zu ernähren und sich der gleichen zotige Sprache zu bedienen, wie jene Anderen, die noch Eier in der Hose haben. Sexualität spielt für die filmische Erzählung ihres beruflichen Erfolgs jedoch keine Rolle, ja, sie hat keinen und Freunde hat sie auch nicht. Nach diesem Satz beim „Socialising“ mit der Chefin explodiert das Marriott Hotel.

Sie ist also der „Motherfucker“, die den Aufenthaltsort Osama Bin Ladens für die CIA findet. Wenn sie ihren Chef zusammenstaucht und abgeht, dann geht er in einen engen Raum mit Anzugträgern, die sich still schweigend für ihn erheben. Sein Nachfolger im Amt wird gelernt haben, dass Leben ist besser, wenn es keine Meinungsverschiedenheit mit ihr gibt.

Zum Abschluss bekommen wir den Abschuss vorgeführt und damit die andere Seite, die Seite, die Obamas Kabinett der Welt nur widergespiegelt in ihrem Schauspiel gezeigt hat, die gezielte Ermordung Bin Ladens und Ko.’s in Pakistan, also die gezielte Ermordung des alten Terror-Patriarchen in einem souveränen Staat ohne das dieser Staat eingewilligt hätte.

Die entfesselte Gewalt der patriarchalisch organisierten Welt hat von nun an einen neuen Verbündeten, die Frau.

P.S.: In dieser Szene, in der die Protagonistin zunächst ans Ende des Besprechungstisches platziert wird, drehen sich die Machtverhältnisse. Dort, wo sie steht, ist von nun an vorn.