Gaucks Gleichsetzung von Russland und Nazi-Deutschland

Der immer noch amtierende Bundespräsident hat nicht nur, wie einer seiner Vorgänger, die Militärdoktrin von Verteidigung auf Angriff umgestellt, Horst Köhler ist seinerzeit deswegen noch zurückgetreten, sondern auch die Jährung des Angriffs Deutschlands auf Polen und damit den Beginn des 2. Weltkriegs genutzt, um das heutige Russland mit dem damaligen NS-Deutschland gleichzusetzen. Diesen Anlass zu nutzen, heißt den Angriffskrieg Deutschlands in einen imaginierten Angriffskrieg Russlands, in einen neuen Weltkrieg, umzudeuten. Gauck fühlt sich durch die Geschichte belehrt, dass die Appeasement Politik gegenüber Nazi-Deutschland ebenso verfehlt war, wie heute eine entsprechende Politik gegenüber Russland. Wörtlich lautet es:

Die Geschichte lehrt uns, dass territoriale Zugeständnisse den Appetit von Aggressoren oft nur vergrößern.

Musste es wirklich dieser Anlass sein, um Russland entgegenzuhalten, dass es die Partnerschaft mit dem Westen de facto aufgekündigt hätte. Es wird der Rolle Russlands, es wird den Opfern Russlands und der anderen seinerzeitigen sowjetischen Länder, ebenso wenig gerecht, wie deren Rolle bei der Befreiung Europas vom NS-Regime.