Gier und Gerechtigkeit

Das Familienministerium wollte jenen Frauen, die auf Grund der Erziehung ihrer Kinder keiner Erwerbsarbeit nachgegangen sind, als Ausgleich Rentenpunkte zusprechen. Nun fühlen sich aber jene Frauen, die neben der Kindererziehung auch noch eine Erwerbsarbeit gemeistert haben, benachteiligt. Gut, die Hinweise, dass die Kinderbetreuung, die in diesen Fällen in aller Regel wahrgenommen wurde, wie Kindergarten- oder Kinderkrippenbetreuung, bereits durch den Staat gefördert wurde, lassen wir mal unter den Tisch fallen, ganz wie die Frauen, die sich benachteiligt fühlen. Aber darauf, dass diese vermeintlich benachteiligten Frauen durch ihre Erwerbsarbeit bereits Rentenpunkte gesammelt haben, anders als jene Frauen, die sich ganz ihren Kindern gewidmet haben, muss hingewiesen werden. Hier wollte das Familienministerium ausgleichen. Aber wie so oft, wenn Politik versucht Gerechtigkeit herzustellen, wird diese von Gier aufgefressen. Besser wäre es wohl gewesen, man hätte diese Regelung gar nicht erst geregelt, zumal man noch ein vorher/nachher-Datum eingebaut hat, um Mütter, die ihre Kinder vor 1992 gebaren, anders zu behandeln, als jene, die ihre Kinder nach 1992 bekamen. Was hier gerecht ist oder wäre, lässt sich jedenfalls nicht mehr feststellen.