Ökonomische Gesetze als Kurzgeschichte

Wenn in Griechenland abgestimmt wird, dann ist zumindest die Schwäche direkter Demokratie offensichtlich, weiß doch niemand, was die Optionen auf dem Stimmzettel bedeuten. Bei der direkten Demokratie verfügt derjenige über die entscheidende Macht, der die Frage, die zur Abstimmung gestellt wird, formulieren darf. Ist diese möglichst verklausulierte, dann ist der Einstieg in die Subtextproduktion gelungen.

Die Linke erzählt, es ginge um Solidarität, Demokratie und Souveränität.

Die Rechte erzählt, es ginge um Recht, Staatsordnung und Marktgesetze.

Um ihre Positionen zu stärken, wird ordentlich auf die Trommel öffentlicher Aufmerksamkeit bzw. Unaufmerksamkeit geschlagen, damit die eigentlichen Probleme, die recht kompliziert sind, immer wieder zum eigenen Vorteil überschrieben werden können. In Deutschland lässt man die Großmaschinen öffentlicher GEZ-Diskurse bekanntlich mit rund 7 Milliarden Jahresumsatz laufen. Die Linke kommt wie immer zu kurz, bis sie selbst einmal am Drücker ist. Die Rechte will doch nur geben, solange schwarze Zahlen geschrieben werden. Jetzt haben alle die Chance beleidigt zu sein, der Generator politisch lähmender Erzählungen ist angeworfen.

 

p.s. Wer Lösungen von mir will, der muss mich bezahlen oder lesen, z.B. Hans-Werner Sinn.

Eine Antwort auf „Ökonomische Gesetze als Kurzgeschichte“

Kommentare sind geschlossen.