Gründlich verGauckt

Ich muss zugeben, auch ich habe mich damals dem „rechtschaffenen Zorn“ gegen Christian Wulff angeschlossen. Bin der „dunklen Seite der Medienmacht“ erlegen und habe seinen Rücktritt gefordert. Jetzt, im Nachhinein, sehe ich: „Schlimmer geht’s immer.“ Zugegeben, ich wurde gewarnt, trotzdem dachte ich noch: „DDR-Bürgerrechtler, evangelischer Pastor, kann ja nicht so schlimm werden.“

DENKSTE! Was haben wir bekommen? Den heiligen Fischkopp aus der nordostdeutschen Provinzhauptstadt. Einen Mann, für den sich Freihandel auf Frieden reimt und grundgesetzestreue Pazifisten Drückeberger sind, weil sie keine französischen Uranminen in Mali verteidigen wollen.

Gauck ist die Personifizierung der schwarz-gelben Koalition, die ihn dereinst ins Amt gewählt hat: konservativ und neoliberal zugleich. Eine „Zonengabi“, die ihre erste Banane mit allen Mitteln verteidigt und für die sozial von Sozialismus kommt. Wieso hat er, als „Bürgerrechtler“, nicht gegen die generelle Verdächtigung der gesamten Bevölkerung aka Vorratsdatenspeicherung oponiert? Oder gegen die Totalüberwachung durch die NSA? Ach ja, weil die im Gegensatz zur Stasi keine Aktenschränke haben… Oder so.

Aber eigentlich ist es ganz einfach: Gauck hat genau das getan, was die selbsterklärten Bürgerrechtler der DDR dem Rest der Bevölkerung so gerne vorwerfen. Er hat sich arrangiert mit dem System. Solange er sagt, was Mutti hören will, geht es ihm ja hervorragend.

Wulff hatte dann wenigstens den Anstand die Fresse zu halten, wenn er nichts Sinnvolles zu sagen hatte.

Eine Antwort auf „Gründlich verGauckt“

  1. Radikale Minderheitenmeinungen sind hipp und stehen schon allein deshalb unter Arten- oder besser Unartenschutz. Denkt mal drüber nach.

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