Licht am Ende des Tunnels

In Brandenburg, in Brandenburg, sind wir neulich durch ’ne Allee gegurkt…

Und nicht nur eine. Dabei fiel mir immer mal wieder eine Unsitte verschiedener Fahrer — aller Altersklassen — auf, was mich zu diesem Eintrag bewegt.

Man kann ja von der immer mal wieder aufflammenden „Tagfahrlichtdebatte“ halten, was man will, eins ist aber ganz sicher:

Standlicht (Paragraphendeutsch: Begrenzungsleuchten) sind kein Ersatz für’s Tagfahrlicht! Liebe Leute, ich kann ja verstehen, dass man im trügerischen Licht der Alleen gesehen werden will, aber dann macht doch einfach die ganz normalen Scheinwerfer an. Das trägt nicht nur dazu bei, Verwirrungen beim Gegenverkehr — also mir — zu vermeiden, sondern spart auch noch bares Geld. Denn:

Mit Begrenzungsleuchten (Standlicht) allein darf nicht gefahren werden.

Sagt § 17 Abs. 2 der StVO und die Bußgeldkatalogverordnung droht mit 10 € Verwarngeld. Dafür gibt’s schon 5 Liter Super+!

Wenn wir schon beim Thema Licht sind, im nächsten Abschnitt stehen so Sachen wie:

Behindert Nebel, Schneefall oder Regen die Sicht erheblich, dann ist auch am Tag mit Abblendlicht zu fahren. Nur bei solcher Witterung dürfen Nebelscheinwerfer eingeschaltet sein.

Oder:

Nebelschlußleuchten dürfen nur dann benutzt werden, wenn durch Nebel die Sichtweite weniger als 50 m beträgt.

Womit dann aber auch § 3 Abs. 1 der StVO greift, welcher besagt:

Beträgt die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m, so darf er nicht schneller als 50 km/h fahren, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist.

Also — bitte, bitte — wenn ihr demnächst bei leichtem Regen mit 160 km/h oder mehr auf der Autobahn unterwegs seid, widersteht der Versuchung die Nebelschlussleuchte einzuschalten! Man sieht dass Ding auch in einem Kilometer Entfernung noch, aber leider kaum mehr etwas anderes. Blendende Aussichten sozusagen.

In diesem Sinne:

Möge euch Erleuchtung zuteil werden!

2 Antworten auf „Licht am Ende des Tunnels“

  1. Ach, ich denke, das ist alles ein großen Missverständnis. Es gibt ja auch viele, die ihre Nebelscheinwerfer am Tag – selten nur im Nebelfall – anknippsen. Aber doch nicht um gesehen zu werden. Zumindest nicht im eigentlichen Sinne. Man muss sie vielmehr als ästhetisches Accessoire verstehen. Es sieht einfach besser aus, oder?
    Aber warum glauben manche, die mit ihrem geliebten Gefährt auf der Autobahn generell mit einer Geschwindigkeit von über 150 km/h unterwegs sind, dass sich mit Fernlicht ankündigen müssen – egal zu welcher Tageszeit?

    1. Bei den Nebelscheinwerfern lasse ich ja noch mit mir reden.
      Der Punkt „Fernlicht“ war mir leider durch die Lappen gegangen. Dazu nochmal § 17 Abs. 2:

      Es ist rechtzeitig abzublenden, wenn ein Fahrzeug entgegenkommt oder mit geringem Abstand vorausfährt oder[…]

      Außerdem wäre da ja auch noch § 1:

      (1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
      (2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet
      oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

      Wobei das eigentlich klar sein sollte.

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