Mitdenken!

Seit Samstag findet in der Hansestadt Bremen mal wieder die Maritime Woche statt. Vorträge, Markttage, publikumsoffene Schiffe, eine Schiffsparade, … — Maritimes halt. Dabei geht es im Rahmen von Stadtführungen auch quer durch die stadtbremischen Häfen. Ganz besonders interessent ist dabei der sogenannte „Koloss“ — eine riesige Getreideverkehrsanlage, die ab 1914 an der Einfahrt zum Holz- und Fabrikenhafen entstand. Fast 200 Meter lang und 46 Meter hoch ist der bereits von Weitem sichtbare Bau mit den riesigen Backsteinfassaden vielen Bremern bekannt, wenn auch meist nur von außen. Noch heute wird hier Getreide eingelagert, so dass Führungen zwar angeboten werden, dies allerdings recht selten.

So verwundert es nicht, dass eine zur Maritimen Woche angebotene Führung durch die Getreideverkehrsanlage gestern um 11 Uhr mehr als nur begehrt war. Was allerdings verwundert, ja schlicht und ergreifend ärgert, ist die schlechte Vorbereitung und Durchführung der besagten Aktion. So wurde in der Programmankündigung nicht darauf hingewiesen, dass es eine begrenzte Teilnehmerzahl geben würde. Daraufhin fuhr der Interessierte am Sonntagmorgen gerne auch mal 60 km zur Waterfront, um vor Ort zu erfahren, dass — „Tut uns ja leid!“ — die Gruppe längst voll wäre, man schon über 20 Leute wieder weggeschickt hätte und eben nur die zum Zuge kämen, die bereits sehr zeitig am Treffpunkt zugegen waren. Die 10 bis 15 weiteren Interessierten waren natürlich allesamt sehr irritiert.

Maritime Woche ... abgesoffen (oder doch zumindest der erste Eindruck)!

Warum hat man nicht gleich entweder eine zweite und dritte Führung eingeplant oder zumindest eine Anmeldung, welche ja bei anderen Führungen durch den Koloss erforderlich ist, zur Pflicht gemacht? Das lapidare „Mit so einem Ansturm haben wir nicht gerechnet…“ angesichts der wenigen Besichtigungstermine pro Jahr klingt nicht wirklich überzeugend. Es wäre ja z.B. auch möglich, spontan noch eine weitere Führung an die ursprünglich geplante anzuschließen, viele hätten mit Sicherheit noch 1 oder 2 Stunden auf diese gewartet.

So allerdings ist der Sonntagmorgen für die Katz, muss sich mit der kalten Schulter des Führers und dem vor der Nase zugeschlagenen Tor des Anlagenzaunes begnügen. Gewinner ist allein die Ölindustrie, denn man hat ja vergebens Sprit verfahren.

Hallo Provinz!

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