Der fühlt ein menschliches Rühren,

läßt schnell vor den Thron sie führen —
Und blicket sie lange verwundert an,

Drauf spricht er: Es ist euch gelungen,
Ihr habt das Herz mir bezwungen,
Und Treue, sie ist doch kein leerer Wahn,
So nehmet auch mich zum Genossen an,
Ich sey, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der dritte.

— Friedrich Schiller —

Die alte Sehnsucht, dass Macht und Ohnmacht auf dieser Welt gleich verteilt sind und über Standesgrenzen aller Art hinweg ausgeglichen werden können, ist in ein neues Rührstück gegossen worden. Kunst und Kino leben von großen Menschheitsträumen gerade dann, wenn der Kontrast zum realen Erleben besonders groß ist. Solch Balsam für die sanft empörte Seele ist dann auch einen Oscar wert. Also kurz: großes Kino. Hingehen! Wer wunderbare Schauspieler liebt, wie Colin Firth, Geoffrey Rush oder Helena Bonham Carter, schon immer von einem Loft in London geträumt hat oder schlicht eine Schwäche für die konstituelle Monarchie Großbritanniens hat, kommt auf seine Kosten. Und nein, in den Untertiteln der OMU-Version findet sich nichts vom StStStottertern.

The King’s Speech

PS: Einen Oscar haben übrigens noch zwei weitere Helden erhalten: Susanne Bier und Trent Reznor.