Beschneidung jetzt auch für Katholiken!

Durch das Gerichtsurteil zur Strafbarkeit ritueller Beschneidungen von Jungen wird laut Müller die religiöse und kulturelle Identität des Judentums in Frage gestellt – „und das auf dem Hintergrund unserer deutschen Vorgeschichte“. Die Aussage, dass es sich bei Beschneidungen um Körperverletzung handele, „kann man nicht akzeptieren“. Denn es sei kein Eingriff in wesentliche Funktionen des Menschen. „Wer dazu schweigt, wenn Ungeborenen das Leben genommen wird, hat kein moralisches Recht, die Beschneidung zu kriminalisieren“, argumentierte der Erzbischof. (Süddeutsche.de)

Während über die argumentative Entgleisung der Rabbiner schon berichtet wurde, muss offensichtlich ausgleichend das Bemühen des Präfekten der Glaubenskongregation gewürdigt werden, im Äußern von Dummheiten nicht zurückzustehen. Logisch ist die Beschneidung für Priester „kein Eingriff in wesentliche Funktionen des Menschen“, sind sie doch ohnehin sexuell abstinent. Obwohl, haben die letzten Jahre nicht offenbart, dass pädophile Priester ein gutes Motiv haben, sich das obsessive Herumspielen an Geschlechtsorganen kindlicher Religionszugehöriger legitimieren zu lassen?

6 Antworten auf „Beschneidung jetzt auch für Katholiken!“

  1. Persönlich liebe ich ja die Passage: “und das auf dem Hintergrund unserer deutschen Vorgeschichte”. Es muss in der Steinzeit gewesen sein und hat eben mit deutscher Geschichte nichts zu tun, weil ja „Vorgeschichte“; so funktioniert Verdrängung. Rührend. Man sollte dabei nicht übersehen, Verdrängung ist ein Zeichen von Scham und nicht ein Zeichen dafür, dass der 1947 geborene Müller Taten verschleiern wollte.

    1. Im abschwellenden Bocksgesang der Beschneidungsdebatte muss einfach noch einmal klar gesagt werden: Ich finde toll, dass moderne Staaten jahrtausendealte Riten hinterfragen.

  2. “Wer dazu schweigt, wenn Ungeborenen das Leben genommen wird, hat kein moralisches Recht, die Beschneidung zu kriminalisieren”. Es ist ja immer gar nicht so einfach, die Logik der Argumentation Anderer zu verstehen, aber Müller ist schon ein besonders krasser Fall. Vermutlich zielt er auf den Staat, der nach seiner Meinung beides getan hat und beides nicht tun dürfte. Jetzt hat Herr Müller dann nur vergessen anzugeben, warum dies so sei. Vielleicht brauchen so Grundsatzfragen keiner Begründung in der römisch-katholischen Kirche. Der Staat hat dann immer noch ein paar mehr Kulturen zu integrieren und ist daher im Besonderen auf gutes Begründen angewiesen.

  3. Da an anderer Stelle viele Kurzfilmbeiträge als empirische Beweise verlinkt werden, um die Folgen der Beschneidung zu zeigen, verlinke ich hier auch mal einen Kurzfilm (Kindern bitte Augen und Ohren zu halten):

    p.s.: Angesichts des Kölner-Land-Gerichts-Urteils bekommt das Wort Mohrrübe eine ganz neue Bedeutung.

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