Spielplatzhirsch

Es gibt sie noch, die kleinen Probleme des Alltags. Obwohl man meinen könne, dass neben diesen riesen Oschis AfD, TTIP, CETA und ISIS (hat eigentlich alles Böse eine Abkürzung?) kaum noch Platz für weiteres Ärgern bleibt. Aber sich aufregen geht immer. Vor allem, wenn das Ärgernis sich jeden Tag erneut unter die Nase schiebt. Aber fangen wir von vorn an.

Mein Leben hat sich in den letzten drei Jahren geändert. Das ist eigentlich eine Untertreibung, denn es hat sich um 440° gedreht. Ursache? Kind. Was sonst. Aber um die Ups and Downs, Pros und Cons soll’s nicht gehen. Dafür gibt es unendlich viele Blogs da draußen. Nur so viel: Wenn man ein Kind hat, das sich motorisch im Zwei-Gang-Betrieb befindet, verbringt man sehr viel Zeit auf Spielplätzen. Zum Glück hat sich die Spielplatz-Gestaltungs-Industrie in den letzten Jahrzehnten sehr weit entwickelt. Es gibt kaum noch die 90er-Jahre Buntplaste-Ästhetik oder das Einheitsklettergerüst, mehr Holz, viel Grün und viel Platz. Hier in Freiberg zählen wahrscheinlich der Spielplatz im Albertpark und der an der Ehernen Schlange zu den schönsten/beliebtesten. Soweit so gut.

AbspielenAber warum zum Teufel (ich weiß, eigentlich kann der auch nix für das Tun der Menschen) müssen diese Spielplätze immer wieder Opfer von Vandalismus werden? Wer holt sich daran bitteschön einen runter? Sehr oft sehe ich Gruppen von Jugendlichen und Erwachsenen über 20 (!?!), die auf dem Spielplatz rumlungern, Bier trinken, rauchen und ihre Hunde frei laufen lassen. Am Samstagmorgen darf man dann seinem Zwerg erklären, dass der Rasen wegen Glasscherben, leeren und halbvollen Chipstüten sowie Hundekot leider nicht bespielbar ist, dass die rumliegenden Holzlatten vormals zum Dach des Kletterturms gehörten und dass das Türschloss wieder mal kaputt ist, weil irgendjemand zu viel Kraft und zu wenig Hirn hatte. Ach ja, die Schaukeln mussten auch entfernt werden, weil sie im Rausch zerstört wurden. Es fängt aber auch schon früh an, wenn eine Grupe von 12-jährigen Wohlstandskids mit ihren teuren Bikes und Scootern (früher hießen die noch Fahrräder und Roller) als Horde über den Platz walzen und im Vorbeifahren die Flüchtlingskinder anpöbeln, dass diese doch bitteschön deutsch sprechen sollen (und das im breitesten Sächsisch).

Und nu? Eigentlich möchte ich nur eine Frage an dieses witzige Spielplatzvolk stellen: Was glaubt ihr eigentlich, wo eure Mamis mit euch zum Spielen hingegangen sind, als ihr noch in die Windeln geschissen habt? Na?