Sprache und Raum

Wer aus beruflichen oder privaten Gründen gezwungen ist, immer wieder über kleindeutsche Grenzen hinweg zu migrieren, der muss seine Assimilationsfähigkeiten immer auch mittels feiner Unterschiede in regionalen Sprachräumen beweisen. So ist das Berlinerische recht süffig, man hat es nach zwanzig Jahren ausreichend verinnerlicht, wohingegen Schwäbisch und Bayerisch ebenso eigene Sprachen sind wie Plattdütsch. Der Zugewanderte darf aber die Sprachverfärbung annehmen, so dass sich Norddeutsch dann eben doch über das Dehnungs-e kenntlich macht, spricht doch in Hamburg jeder gern mit spitzem S, aber Plattdütsch kaum noch jemand.

Wichtig ist für Zugereiste, wie man in Pommern auch noch in der fünften Generation genannt wird, zustimmungsversichernde Füllwörter anzunehmen. So sage auch ich inzwischen im besten Sächsisch: „nu“. In Thüringen gilt hingegen „ge“ oder, je nach thüringischem Kleinststaat, „gelle“. So könnte man wohl Region für Region besprechen, wenn da nicht Norddeutschland wäre, dort kennt man keine zustimmungsversichernden Füllwörter. Was interessiert den Norddeutschen die Zustimmung anderer!

2 Antworten auf „Sprache und Raum“

  1. Ich glaub, das thüringische zustimmungsversichernde Füllwort sollte eher mit „gäh“ transkribiert werden. Daneben gibt es aber noch das Ja-Äquivalent „no“ (nicht zu verwechseln mit dem englischen „no“), das im Sächsischen wiederum ebenso mit dem „nu“ gleichzusetzen wäre. Nur so als Anmerkung.

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