Jun 062015

Amos Oz hat einen Roman auf Deutsch vorgelegt, den er Judas nennt. Seit der für die aktuelle deutsche Kultur denkwürdigen Debatte um Sarrazins krude Thesen verdanken wir Leon de Winter ein Bonmot über den Zusammenhang von jüdischer Intelligenz und Fisch. Oz‘ Judas verhält sich wie eine Fischgräte, die man verschluckt hat, wenn Judas zum einzigen gläubigen Christen verklärt wird. Schließlich hätte Judas lediglich der Vorhersehung gedient, wenn er Jesus für einen ganz und gar unglaubwürdigen Betrag an die Römer verraten hätte. Jesus, den ohnehin jeder in Jerusalem gekannt hätte, sträubte sich noch seiner Bestimmung zu folgen und wäre lieber in Galiläa geblieben, weiterhin damit beschäftigt Wunder zu tun, Wunder, die ihn als Heiler auswiesen, aber eben nicht als Messias. Die Show, die Judas sich erhofft hätte, die Show bei der Jesus zur Primetime vom Kreuz zu steigen gehabt hätte, bleibt aus und damit der Beweis für die zur Kreuzigung versammelten Juden und Römer, dass Jesus der Erlöser ist. Ja, das Reich des Friedens und der Liebe ist bis heute nicht von dieser Welt, wie Oz an der Staatsgründung Israels exzemplifiziert. Seine Helden sind Gefangene der Unfähigkeit zur Liebe, der Liebe zum Nächsten, zum Anderen, zu sich selbst oder der zwischen Mann und Frau. Frieden, gar ewiger, ist ohne Liebe jedoch nicht zu haben. So bleibt der Zauber von Oz im Halse stecken und seine Geschichte eine dieser Geschichten, die man sich in Jerusalem zu tausenden erzählt.

Rom

Mai 222013

ich warte, du wartest, er sie es warten

manchmal auch den Server, meistens nur auf den einen Anderen.

Danke Duden!

Eigentlich wollte ich nur einen Artikel zu dem folgenden Themenkomplex verfassen und ihn mit „10 Gründe, warum ich Apple hasse“ überschreiben. Aber dieser Artikel wäre nicht nur sehr lang geworden, sondern auch mit 10 ein wenig optimistisch nummeriert… Also folgt nun in der nächsten Zeit — in verdaulichen Häppchen — das, was mir seit Neuanschaffung eines Apfels so alles an Unappetitlichkeiten begegnete.

Bevor an dieser Stelle nun irgend jemand aufschreit und mich Apfel-Hasser ohne Qualifikation nennt: Ich bin ein langjähriger und ehedem sehr überzeugter Mac-Nutzer. Seit 2004, um genau zu sein. Doch vieles hat sich seither geändert. Damals war mein iBook noch schnuckelig anders, so als PowerPC und eigentlich nicht kuputt zu bekommen. (Es sei denn, man ließ es fahrlässigerweise auf dem leicht abgeschrägten Vorlesungstisch liegen und sah es daraufhin von ferne zeitlupenartig und elegant in seiner glatten Hülle herunterrutschen. Aber auch dies hat es — wohlgemerkt — überlebt, wenn auch leicht verzogen…) Doch auch die Firmenphilosophie von Apple war ehedem noch irgendwie anders — leicht elitär, anwenderfreundlich, mächtig und mit fast unbegrenzten Möglichkeiten (dank Darwin, Fink und der guten alten Konsole), von Ästheten geschätzt und preisintensiv. Ein Mac war also etwas, was nicht jeder hatte und nicht jeder zu schätzen wusste.

Hochpreisig und gestalterisch ansprechend ist das ganze Apple-Zeugs inzwischen immer noch, aber wie steht es mit dem Rest? Heute ist jeder zweite Smartphone-Nutzer in der Bahn ein iPhone-Nutzer, die Zeiten, in denen man quasi wusste, wer in der Umgebung auch einen Mac benutzte, dahin. Weiße und silberne MacBooks und das stylische MacBook Air sind nicht mehr so ungewöhnlich, der Zauber ist dahin und durch iPhoto-Gesichtserkenner und Facebook-Entblößer getilgt. Doch wäre einem wenigstens noch die einst unübertroffene Leichtigkeit und Intuitivität des Benutzens erhalten geblieben, die Freiheit, mit dem eigenen Mac anstellen zu dürfen, was man möchte — ich wäre auch heute noch überzeugter Macianer. (Okay, zwei Tage oder auch nur zwei Stunden Anstehen für eines dieser Gadgets mit angebissenem Apfel habe ich auch früher schon für verrückt und leicht sektenhaft gehalten. Zumindest ein Beweis dafür, dass ich sinnvollere Argumente für die Investition in ein derartiges Maschinchen hatte. Ja, klar, das Design war klasse, aber es gab auch gute Gründe für einen Mac…

Wie dem auch sei, ich bin also langjähriger Apple-Nutzer und habe schon einiges mit den bisher drei Notebooks veranstaltet. Über Textverarbeitung (mit Latex immer eine Freude! — nein, das andere LaTeX), Fotobearbeitung (natürlich nicht mit iPhoto) und aufwändigen Illustrationen bis hin zu Webdesign und leichten Programmierübungen war bisher alles mögliche dabei.

Schon zuletzt hatte ich mich mit der Entscheidung für ein neues Notebook schwer getan, war mir doch die Firmenphilosophie Apples schon seit längerem unsympatisch (und nicht unbedingt erst seit Jesus‘ … äh Jobs‘ Ableben). Doch da der Akku meines MacBooks inzwischen rundlich war und ich seither auf Steckdosen angewiesen war, musste es dann doch sein. Seither ist das Schimpfen über den Windows-Rechner, den ich ebenfalls fast täglich nutzen muss, etwas leiser geworden — ich verausgabe mich beim Streicheln des Mountain Lion doch inzwischen regelmäßig…

Hiervon sollen die nächsten Artikel dieser Reihe zum „Apfel mit Wurm“ handeln, ihr sollt von meinem Frust schließlich auch etwas haben. Und vielleicht hat ja der ein oder andere von euch hilfreiche Tipps oder ein paar eigene Leidensgeschichten beizutragen!

Euer Lorem-Ipsum-Generator

Das ist dann nämlich alles ausverkauft… Aber was soll man auch erwarten, wenn seit dem 1. September der Weihnachtssüßkram schon in den Regalen der Supermärkte steht?

Mal ehrlich, wer von Euch möchte das Zeug eigentlich jetzt schon kaufen??

Ich jedenfalls nicht! Lebkuchen, Stolln und anderes Weinachtsgebäck gehört frühestens im November auf die Ladentheke! Vorher kaufe ich das Zeug aus Prinzip nicht. Wer macht mit?

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