Da ist der EU die Wallonie auf den Kopf gefallen…

Da kann ich nur sagen: Sehr gut! Auch wenn Martin Schulz (SPD) findet, „wenn nicht mal mehr souveräne Staaten, sondern jetzt sogar auch Regionen den Fortgang der EU stoppen, dann ist das ein bedenklicher Zustand“. Wo kämen wir denn da auch hin, wenn man mal „die da unten“ fragen müsste?

Es gibt sie scheinbar noch, die Demokratie! Offenbar haben die Heerscharen der Lobbyisten, die das EU-Parlament und die ganzen Landesparlamente heimsuchen, nicht an die kleine Wallonie gedacht, die in den Nachrichten derzeit nur aus Bauern und Regionalpolitikern zu bestehen scheint. HA!

Und wer hört eigentlich noch Elmar Brok (CDU) zu? Natürlich labert der, „dass das, wo europäische Zuständigkeit besteht, auch auf europäischer Ebene von europäischen Institutionen entschieden [werden muss] und nicht nationale oder regionale Parlamente hier eine solche Blockade schon vor Unterschrift vornehmen können.“

„Die Mehrheit der Bevölkerung ist für CETA“, sagte Brok weiter. Gab es da eigentlich einmal eine Umfrage? Ich kann mich nicht entsinnen, von der Bundesregierung mal danach gefragt worden zu sein… Und alle wundern sich über Politikverdrossenheit der Bürger und über die Trumps, die überall aus dem Boden geschossen kommen wie die Pilze.

In diesem Sinne also:
Danke, ihr Wallonen, und haltet durch!
(Fallt bitte nicht wie unsere darin geübte SPD um…)

 

PS: Wer kommt eigentlich auf die Idee, dass wir keinen Handel mehr haben werden, wenn CETA abgelehnt wird? Schnipst dann jemand mit dem Finger und die bisherigen Handelsströme versiegen, weil die kleine Wallonie böse war und jetzt keiner mehr mit der EU handeln möchte? Wer glaubt denn sowas? (Und hört bitte auf, ein Loblieb auf Freihandelsabkommen zu singen — das ist auch nur eine Form der Ausbeutung, wie die EU-Handelsabkommen mit afrikanischen Ländern sehr schön zeigen. Wir exportieren und machen deren Märkte kaputt. Hat jemand Angst vorm „schwarzen Mann“? Dann sollte man sich mal Gedanken machen, warum der hierher kommen möchte!)

PPS: Und sollte die EU als nächstes die Regionalparlamente von irgendwelchen Einflussmöglichkeiten ausschließen, so würde das dann tatsächlich deren Glaubwürdigkeit verspielen.

Republik Schwarzenberg

Die Republik Schwarzenberg wurde 1945 gegründet. Wer sie nicht kennt, der kann die Landesanalyse einer Abteilung für psychologische Kriegsführung der United States Army lesen. Genau genommen stammt die Studie von Stefan Heym. Heym, Ehrenbürger von Chemnitz und Mitglied der Ritchie Boys, hat sie aber erst 1984 veröffentlicht. Die Republik Schwarzenberg ist in Heyms Bericht die Utopie der Vergangenheit, die Utopie einer sich frei entfaltenden Demokratie in Deutschland, frei von Besatzungsmächten.

Bedenkt man, dass es ja auch noch sich als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches Verstehende und Ausgebende gibt, dann müsste es doch möglich sein, in der Rechtsnachfolge der Republik Schwarzenberg die EU zu bitten, lasst uns unter euren Rettungsschirm. Eine Milliarde sollte reichen, dann wären wir alle reich wie Ritchie Rich.