Feministische Filme (4): Dirt in the Skirt

Der Film heißt natürlich nicht „Dirt in the Skirt“, obwohl es durchaus ein passender Titel wäre. Aber das ist nur der Slogan der „Racine Belles“, einer Frauen-Baseball-Manschaft.

Ich hatte ihn fast vergessen, diesen Film. Aber nur fast, irgendwo im DVD-Regal stand er schon seit Jahren bereit wiederentdeckt zu werden. Doch erst jetzt – es wird mal wieder Zeit für einen Beitrag in unserer Reihe „Feministische Filme“ –  hab ich ihn entstaubt. Es ist ein Baseballfilm, ein sehr feministischer Baseballfilm. Ja, so etwas gibt es. Und zwar bereits seit 20 Jahren. „Eine Klasse für sich“, bzw. „A League of their own“, heißt dieser Streifen und stammt aus dem Jahre 1992. Erinnert sich noch jemand? Wahrscheinlich nicht. Mir war er nur aufgefallen, als er irgendwann im Spätprogramm der privaten Sender lief. Und als er dann in der Grabbelkiste lag, musste ich ihn einfach kaufen.

Wie schon erwähnt, geht es um Baseball. Dieses uramerikanischste aller Spiele erfreut sich noch heute größter Beliebtheit. Aber seien wir ehrlich. Welcher normale Kontinentaleuropäer kennt die Regeln? Ich jedefalls nicht. Aber das muss man auch nicht. Hauptsache es sieht gut aus. Genau darum geht es auch im Film. Während die Männer im 2. Weltkrieg an der Front in Europa kämpfen, kämpft die Major Baseball League an der Heimatfront mit Spielermangel. Kurzerhand wird eine professionelle Frauenliga aus dem Boden gestampft. Scouts durchkämmen Kuhställe und Tanzbars in ganz Amerika um die Besten und gutaussehensten zu finden. In 16 Teams sollen sie in kurzen Kleidchen und mit gefeilten Nägeln den Menschen was fürs Auge bieten. Dass die Mädels wirklich Ball spielen können, fällt dabei erst allmählich auf.

Eine Klasse für sich!

Eine unglaubliche Geena Davis und die entzückende Lori Petty begeistern ebenso wie Tom Hanks als gefallener Homerun-Star und Madonna als All-the-way-Mae. Und was wären gute Filme ohne witzige Dialoge? Und was wären Emmanzenfilme ohne Machos? Hier ein paar der härtesten Sprüche des Scouts:

Hey, cowgirls! See the grass? Don’t eat it!

Oder:

You know, if I had your job, I’d kill myself. Sit here I’ll see if I can dig up a pistol.

Oder auch dieser Dialog mit einer Dame, der er etwas dicht auf die Pelle rückt:

Sie: Sir, your knee!     Er: Like it?

Eine eigentlich rührende Abschiedsszene am Bahnhof zwischen Vater und Tochter wird dagegen mit diesen Worten kommentiert:

See, how it works is, the train moves, not the station.

Aber nicht nur die Herren der Schöpfung haben’s drauf, auch die Gesellschaftsdamen, die aus den Baseballmädels echte Ladies machen sollen, nehmen kein Blatt vor den Mund. Zu den ersten Verschönerungsvorschlägen für die Spielerinnen gehören zum Beispiel Ratschläge, wie:

The eyebrows. Thin and seperate. There should be two!

Gegenüber der schlagkräftigen, aber nicht ganz schönheitsidealen Marla wird es dann ganz fies:

What do you suggest? A lot of night games!

Oh, und was nachher kommt, ist noch so viel mehr! Schon allein dafür lohnt es sich, den Film zu sehen. Das schöne daran ist außerdem der wahre Kern der Geschichte. Die professionelle Baseballliga gab und gibt es tatsächlich. Wer mehr über die echten Baseball-Spielerinnen erfahren möchte, kann sich auf der offiziellen Seite der All-American Girls Professional Baseball League informieren!

Du bist dumm?

Dann bekommst Du halt auch nur dummes Zeug zu lesen!

Der Traum der High Society, möchte man meinen. Microsoft hat das Patent dazu. Was Du auf Facebook, Twitter & Co. von Dir gibst, wird irgendwann einmal zur Ermittelung Deines Bildungsstandes, Deiner Launen, Deiner Interessen durchleuchtet und gegen Dich verwendet. Nicht nur, dass Du keine Chance mehr erhältst, Dich und Deinen Bildungsstand weiterzuentwickeln, weil Du nie Inhalte zu Gesicht bekommst, die Deinen (vermeintlichen) Horizont übersteigen — zudem kann natürlich auch gezielt gegen Interessen, Vorlieben und Meinungssuche agiert werden.

Es gaukelte ja schon häufiger das Gespenst der von Algorithmen auch inhaltlich beherrschten und viel zu vorgefilterten Suchergebnisse durch die Medien, aber einen derart spezifisch anwendbaren Algorithmus patentiert — wenn auch noch nicht angewandt? — zu wissen, lässt aufmerken. Ab wann — oder sollte man sagen: seit wann? — werden nicht nur unsere Produktergebnislisten auf vermeintliche Relevanz vorgefiltert, sondern auch der ganze Rest des von uns wahrgenommenen Internets?

Bist Du dumm, bekommst Du auch nur dummes Zeug vorgesetzt. Gehörst Du zur Bildungselite, dann sei getrost, die digitale Scheuklappe verbirgt Dir den schriftlichen Schund der bildungsfernen Schichten. Demnächst gibt es das Konzept auch als stylische Brille für’s „real life“!

Philantrophen aller Orten

Ach ja, Weihnachtszeit — Zeit der Wohltätigkeit.

Das wird sich wohl auch die PR-Abteilung von Procter & Gamble gedacht haben, als sie diese Anzeige schalteten:

P&G Anzeige
P&G-Anzeige

„1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis bzw. Spende“ hört sich doch gut an, oder? Der Teufel steckt aber im Detail — oder in diesem Fall im Kleingedruckten.

Dort liest man dann nämlich, dass diese „lebensrettende Impfdosis bzw. Spende“ je nachdem, welches Produkt der Konsument kaufte, einen Wert von sage und schreibe 5,3 bzw. 1,1 Cent hat — bei einem Unternehmen, das im letzten Jahr (laut Wikipedia) mickrige 12,736 Mrd. USD Gewinn (nicht Umsatz!) gemacht hat und selbst nach Abzug der „Spende“ noch ordentlich an den Produkten verdienen wird.

Mein Tipp: Kauft die günstigere Konkurrenz und spendet das gesparte Geld direkt an UNICEF oder einen anderen Verein eurer Wahl.

Da haben sicher alle mehr davon, außer P&G natürlich.

In diesem Sinne…
… besinnliche Weihnachten!