Mrz 092017

Was haben Foreneinträge und Amazon-Kundenfragen gemeinsam? Völlig sinnfreie Antworten von Leuten, die sich scheinbar gerne selbst zuhören. (Oder gibt es Bienchen für die schiere Anzahl geschriebener Antworten, auch wenn deren Inhalt quasi nicht existent ist?)

Was denken sich Leute, die auf die Frage, ob Amazon-Produkt XY dies oder jenes kann, nach dem Schema erwiedern: „Kann ich leider nicht beantworten, habe das Produkt so nie benutzt.“ Könnt ihr dann nicht einfach mal die Fresse halten? Müsst ihr so meine Lesezeit verschwenden?? Diese Sorte Leute gibt es auch in Foren — zu Hauf. Fragt man z. B. nach einem Lösungsweg speziell in Programm A kommt prompt ein „Habe ich nicht, aber versuch doch mal Programm B…“ Da kommen mir doch glatt die Dampfwölkchen aus den Ohren. Hätte ich nach Programmalternativen gesucht, hätte ich nach solchen gefragt!

Da sind mir Foren- oder Amazon-Trolle doch lieber, da kann ich wenigstens mal lachen, so wie hier auf die Frage, ob man einen Handtacker auch „für Papier“ nutzen kann:

Yepp. Macht sich hervorragend, um Notizzettel und PostIt Zettel direkt am Laptopmonitor zu befestigen. Aber bei den neuen, modernen Laptops kurze Klammern benutzen, weil die Monitore so dünn sind — sonst stehen dann hinten die Enden über, die durch den Bildschirm geschossen werden. Man kann sich auch Einkaufszettel direkt an die Stirn tackern (nich die langen Klammern — die enden sonst im Frontalhirnlappen!). Dann findet man die ollen Zettel wenigstens im Supermarkt und muss nich so lange suchen…

Justify

Mrz 022016

Decomafia

Jar Jar Abrams zu Harrison Ford: Wenn Du noch einmal kritisierst, dass mein Drehbuch vom Kanon abweicht oder die Charakterentwicklung zu flach oder nicht konsistent mit der Original-Trilogie ist, dann bringe ich Dich um!

 

 

*Inzwischen haben alle anderen Medien auch schon gespoilert.

Jun 062015

Amos Oz hat einen Roman auf Deutsch vorgelegt, den er Judas nennt. Seit der für die aktuelle deutsche Kultur denkwürdigen Debatte um Sarrazins krude Thesen verdanken wir Leon de Winter ein Bonmot über den Zusammenhang von jüdischer Intelligenz und Fisch. Oz‘ Judas verhält sich wie eine Fischgräte, die man verschluckt hat, wenn Judas zum einzigen gläubigen Christen verklärt wird. Schließlich hätte Judas lediglich der Vorhersehung gedient, wenn er Jesus für einen ganz und gar unglaubwürdigen Betrag an die Römer verraten hätte. Jesus, den ohnehin jeder in Jerusalem gekannt hätte, sträubte sich noch seiner Bestimmung zu folgen und wäre lieber in Galiläa geblieben, weiterhin damit beschäftigt Wunder zu tun, Wunder, die ihn als Heiler auswiesen, aber eben nicht als Messias. Die Show, die Judas sich erhofft hätte, die Show bei der Jesus zur Primetime vom Kreuz zu steigen gehabt hätte, bleibt aus und damit der Beweis für die zur Kreuzigung versammelten Juden und Römer, dass Jesus der Erlöser ist. Ja, das Reich des Friedens und der Liebe ist bis heute nicht von dieser Welt, wie Oz an der Staatsgründung Israels exzemplifiziert. Seine Helden sind Gefangene der Unfähigkeit zur Liebe, der Liebe zum Nächsten, zum Anderen, zu sich selbst oder der zwischen Mann und Frau. Frieden, gar ewiger, ist ohne Liebe jedoch nicht zu haben. So bleibt der Zauber von Oz im Halse stecken und seine Geschichte eine dieser Geschichten, die man sich in Jerusalem zu tausenden erzählt.

Rom

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