Leerstellen schaffen ohne Waffen. Und was heißt ohne Waffen? Nichts tun heißt die Devise. Denn um etwas Störendes los zu werden, braucht man es manchmal einfach nur dem Zahn der Zeit zu überlassen. In diesem Fall wartete man in Nordrhein-Westfalen. Aber dann, dann war man überrascht, dass ein 20 Jahre lang ungenutztes fast 270 Jahre altes Haus einfach über Nacht einstürtzt.

An dieser Leerstelle stand also einmal die “Moritz Stecher-Lederfabrik“, später VEB Lederbekleidung und Lederhandschuhe ‘Nikator’, 1734 als Gerberei erbaut und bis 1990 als Lederfabrik genutzt. Von dem Ensemble ist nur noch ein Wohngebäude erhalten und — wenn man Glück hat — kann man über e-bay noch Nikator-Produkte erwerben.

 

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– Informationen zur Fabrik, zum Einsturz und zur Beräumung hier und hier.

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Was hier fehlt, ist Inhalt. Aber keine Sorge. Auch diese Brache gegenüber vom Bahnhof in Freiberg wird bald wieder gefüllt. Und he, wer hätte es gedacht, Freiberg bekommt noch einen Supermarkt (das wäre dann der 16. oder 17. in Freiberg)!!!! Nicht nur das, nein. Es wird noch ein Elektroladen (Nr. 3 innerhalb der letzten 2 Jahre) aufmachen. Das heißt, dort wo bis 2010 die Papiermaschinenfabrik ‘Pama’ stand, ensteht ein Einkaufszentrum. Stadtsoziologen freut euch!

Die Fabrik, die 1855 als Eisengießerei gegründet wurde, bot anscheinend keine Möglichkeiten, diese hochanspruchvollen Gewerbe zu beherbergen. Ein altes Produktionsgebäude in einen Supermarkt umzubauen ist ja unmöglich, nicht wahr? (Wer sich vom Gegenteil überzeugen lassen will, schaut sich mal den EDEKA in der Heeresbäckerei in Dresden an).

Aber ganz so einfach ist das mit dem Neubauen wohl auch nicht. Denn im November letzten Jahres war man sich noch sehr sicher, im Oktober 2012 eröffnen zu können. Tja, wie dieses Bild beweist, wird das wohl eher nix.

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Wer sich bei dem letzten Beitrag dieser Kleinserie gefragt hat, wie wohl die andere Seite der Garageneinfahrt aussieht, der sieht an Stelle eines alten Gebäudes in dem angeblich Friedrich der II. Quartier genommen hatte, ein modernistisches Gemäuer mit einem typischen Freiberger Architekturelement, der Kornschießscharte.

Die Kornschießscharte, anderswo versucht man tunlichst dieselbe auszuwetzen, ist in Freiberg die höchste Form der Historisierung.

Daher findet man sie auch an anderen Bauten, die ungefähr zur selben Zeit errichtet wurden, z.B. am Freiberger Schloss.

Zur selben Zeit errichtet? Genau, im letzten Jahrzehnt, nicht im letzten Jahrtausend!

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