Mrz 022016

Decomafia

Nov 222013

… werden über Straßen getragen.

Fahrradfahrerartenschutz gibt es nicht. Zumindest nicht in Dresden.

Zugegeben, die Gattungen der oftmals nicht phosphoreszierenden Kamikaze-Fahrradfahrer und der Fußgänger-Überfahrradfahrer mit Grün-Rot-Schwäche haben ihren Artenschutzanspruch meiner Meinung nach wirklich verspielt, aber was ist mit dem harmlosen und schutzwürdigen Rest der bedrohten Art des Fahrradfahrers?

Frosch

Nicht nur, dass ausgeschilderte Fahrradwege/kombinierte Fuß- und Radwege plötzlich ohne zweckdienliche Hinweise enden und einen vor die Wahl stellen, entweder StVZO-konform (= lebensmüde) auf der (von übermotorisierten Rasern) vielbefahrenen Straße weiterzufahren oder sich brav und schiebenderweise unter die Fußgänger einzureihen. (Oder, drittens, verbotenerweise auf dem Bürgersteig weiter zu fahren — und dabei zu riskieren, von brutalen Dresdner Bürgersteigbenutzern an den nächsten Baum/vor das nächste Auto geschubst zu werden…)

Nein, auch das StVZO-konforme Überqueren von Kreuzungen stellt den gemeinen Dresdner Radfahrer manchmal vor schier unüberwindbare Hindernisse. So ist oftmals weder anhand von Ampeln noch anhand der Bürgersteigpflasterung zu erkennen, wo man nun radfahren darf und wo nicht. Möchte man gar nichts falsch machen, braucht man als freiwillig Schiebender mehrere Ampelphasen, um nach links abzubiegen. Wer auf die Abbiegespur auf der Fahrbahn wechselt, zieht sich als Hindernis für flotte Autofahrer nicht nur deren Zorn zu, sondern landet im Zweifelsfall auch auf deren Kühlerhaube.

Selbst wenn es eigens auf der Fahrbahn eingezeichnete Fahrradfahrstreifen gibt, ist der Ausgang des Abenteuers im Großstadtdickicht ungewiss. Denn wenn diese ausnahmsweise nicht aus heiterem Himmel enden (am besten kurz vor einer Kreuzung, weil dort die zur Verfügung stehende Straßenbreite aufgrund einer Abbiegespur andernfalls nicht mehr für die vorgeschriebene Spurbreite ausreichen würde), steht man halt in einer eigenen Fahrradfahrer-Fahrspur an der Ampel und wartet auf Grün.

Und wartet.

Und wartet.

Und wartet.

Bis man merkt, dass die Ampel von einer Induktionsschleife in der Fahrbahn gesteuert wird, die man als Fahrradfahrer nicht auslösen kann, WEIL MAN EINFACH NICHT GENUG METALL UNTERM HINTERN HAT, UM DIE VERD… INDUKTIVITÄT DER SPULE ZU VERÄNDERN!

Es wäre schön, wenn Verkehrsplaner beim Planen von Fahrradstreifen in Dresden einmal mitdenken würden!

(…oder gleich ein Schild an die derartig nicht funktionierenden Ampel hängen würden, dass man als Fahrradfahrer auch bei Fußgängergrün eine Ampel weiter losfahren darf, solange noch kein Autofahrer die Hauptampel für einen selbst ausgelöst hat…)

DANKE!

Leerstellen schaffen ohne Waffen. Und was heißt ohne Waffen? Nichts tun heißt die Devise. Denn um etwas Störendes los zu werden, braucht man es manchmal einfach nur dem Zahn der Zeit zu überlassen. In diesem Fall wartete man in Nordrhein-Westfalen. Aber dann, dann war man überrascht, dass ein 20 Jahre lang ungenutztes fast 270 Jahre altes Haus einfach über Nacht einstürzt.

An dieser Leerstelle stand also einmal die „Moritz Stecher-Lederfabrik“, später VEB Lederbekleidung und Lederhandschuhe ‚Nikator‘, 1734 als Gerberei erbaut und bis 1990 als Lederfabrik genutzt. Von dem Ensemble ist nur noch ein Wohngebäude erhalten und — wenn man Glück hat — kann man über e-bay noch Nikator-Produkte erwerben.

 

sdim3852

— Informationen zur Fabrik, zum Einsturz und zur Beräumung hier und hier.

Was hier fehlt, ist Inhalt. Aber keine Sorge. Auch diese Brache gegenüber vom Bahnhof in Freiberg wird bald wieder gefüllt. Und he, wer hätte es gedacht, Freiberg bekommt noch einen Supermarkt (das wäre dann der 16. oder 17. in Freiberg)!!!! Nicht nur das, nein. Es wird noch ein Elektroladen (Nr. 3 innerhalb der letzten 2 Jahre) aufmachen. Das heißt, dort wo bis 2010 die Papiermaschinenfabrik ‚Pama‘ stand, ensteht ein Einkaufszentrum. Stadtsoziologen freut euch!

Die Fabrik, die 1855 als Eisengießerei gegründet wurde, bot anscheinend keine Möglichkeiten, diese hochanspruchvollen Gewerbe zu beherbergen. Ein altes Produktionsgebäude in einen Supermarkt umzubauen ist ja unmöglich, nicht wahr? (Wer sich vom Gegenteil überzeugen lassen will, schaut sich mal den EDEKA in der Heeresbäckerei in Dresden an).

Aber ganz so einfach ist das mit dem Neubauen wohl auch nicht. Denn im November letzten Jahres war man sich noch sehr sicher, im Oktober 2012 eröffnen zu können. Tja, wie dieses Bild beweist, wird das wohl eher nix.

sdim3834

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