Und es ward schwarz!

Man glaubt gar nicht, wie viele schlechte Handyfotos zu Pfingsten in Leipzig entstehen können! Und wie lange es dann dauert, aus der Masse ein wenig Klasse (hüstel) herauszufiltern. Ok, da Pfingsten schon eine Weile her ist, könnt ihr euch das vielleicht auch selber ausrechnen…

Lange Vorrede, kurzer Sinn, dieses Jahr waren wir zu Pfingsten wieder mit eigenem Bändchen beim Wave-Gotik-Treffen in Leipzig dabei und daher nicht mit Spiegelreflex und Teleobjektiv. Das erklärt die Massen an schlechten Handyfotos, von denen ihr gleich eine Auswahl der gelungeneren Schnappschüsse seht. Viel von den musikalischen Beiträgen haben wir nicht mitgenommen, sondern eher die Museen (sehr zu empfehlen: das Grassi-Museum), Ausstellungen (auch lustig: Stasi-Museum am Dittrichring mit „Als der Südfriedhof mein Wohnzimmer war — Grufti-Szene in der DDR„), Lesungen (viel zu kurz: Christian von Aster, großartig und mit Getöse: Marc Benecke) und Stummfilm-Kino mit Live-Musik im Clara-Zetkin-Park…

Dunkelschwarzes Bus- und Bahnfahren, viel Kultur, Musik, Tanzen, Headbangen, Leute-Gucken, Pseudo-Mittelalter im Heidnischen Dorf, lecker Essen, Absinth, Shoppen, Leute-Gucken, ausgiebig Frühstücken (mit Absinth), Picknick im Park, Leipzig bei Sonnenschein, Leipzig bei Mond- und Sternenschein … , was will das gruftige Herz mehr? (Außer vielleicht ein klein wenig Schatten?) Wenn dabei noch Graf Scheinheilig durch den Kakao gezogen wird (siehe fotografierte T-Shirts), kann der Tag dann schon fast nicht mehr besser werden! Und selbst wenn die Lesungen mit viel Schlangestehen verbunden sind, solange vor einem jemand in weiß-pinker Hello-Kitty-Militäruniform und rosa Schirmchen steht, ist doch alles gut!

Auch wenn die Frau im Eck-Café vor dem Centraltheater das nicht so ganz nachvollziehen konnte: Man braucht wirklich kein gemeinsames Ziel, um schwarz oder cyberpunkig oder weiß-pink oder steampunkig oder mittelalterlich oder barock oder in Lack und Leder oder mit Schnuffi oder fast gar nichts angezogen zu Pfingsten in Leipzig zu sein — außer vielleicht: mit vielen interessanten, lieben, netten, lustigen, toleranten, abgedrehten, jungen, alten, süßen, seltsamen, einfach großartigen Leuten aus aller Welt ein langes Wochenende Spaß in einer tollen Stadt zu haben. Danke, Leipzig, für’s Mitmachen!

Und nun: Viel Spaß mit den Fotos…

PS: Als Ausklang ein Schmankerl von Christian von Aster als Hör- und Leseprobe: „GROßGÖRING — come to where the Glatzen sind“ (grins).

Messe der Dreifaltigkeit II

Nachdem wir uns im letzten Artikel mit der CeBIT beschäftigten, folgt nun, wie angekündigt, der Bericht zur Leipziger Buchmesse, nicht so technisch, nicht so groß, aber auch verdammt voll…

Die Messe der Bücher

Der 3 Kilometer lange Stau auf der Autobahn an der Abfahrt zur Leipziger Messe war glücklicherweise schon vorbei, als wir wie geplant zwei Stunden nach Einlass endlich dort ankamen, natürlich wieder dekadent mitsamt Auto. Und diesmal gab es auch keine bösen Überraschungen bei den Parkplatzgebühren, hier wird man persönlich abkassiert, bevor man das Auto abstellt.

Allerdings ist es viel einfacher, ohne Plan durch die Buchmesse zu stöbern, man verläuft sich nicht so schnell und die zentrale Halle mit den Ess- und Trinkmöglichkeiten ist wirklich nicht zu verfehlen. Diesmal standen sogar ziemlich viele leckere Sachen zur Auswahl. Dank Sonne konnte man sich dort übrigens auch selbst braten — die runde Glaskuppel ist, so schick sie auch aussieht, doch ein einziges Treibhaus.

Neben — tadaaa — Büchern gab es vor allem noch eine Sache zu sehen: Cosplay! Lauter lustige Leute in Kostümen, die mal Charaktere aus Animes, Mangas, Comics, Videospielen oder Spielfilmen darstellen… Gut klimatisiert oder völlig wahnsinnig, man muss sie geradezu bewundern, waren übrigens diejenigen im Vollplüschkostüm — kein Wunder, dass die sich irgendwann draußen in den Schatten lang legten! Aber schaut doch einfach selbst, was in Leipzig so alles herumsprang:

Ach ja, eine kleine Enttäuschung: Messepreise gab es zwar auf der CeBIT, jedoch nicht auf der Buchmesse, die Buchpreisbindung lässt grüßen. Vielleicht aber auch ganz gut so, sonst hätte ich ganz schön viel zu schleppen gehabt!

Fortsetzung folgt…