Gerächt!

Über Plakate in Zeiten des Wahlkampfes ist hier schon berichtet worden und über gelegentliches Unbehagen an der zur Schau gestellten Unwissenheit auch, aber der aktuelle Wahlkampf in S/H toppt da einiges. So wirbt auch die F.D.P. mit

Wollen reicht nicht. Man muss es auch können.

Aber kann es die SPD?

Die will mehr Gerechtigkeit. Ich dachte ja immer, Gerechtigkeit ist, wenn es für Alle ist. Also mehr Gerechtigkeit ginge dann nicht. Aber bei der SPD geht das. Die machen uns alle. Ob auf der Plakatrückseite steht, in welchen Belangen die SPD Gerechtigkeitsdefizite sieht? 

Die Zivilisationsdecke ist dünn

Sehr dünn.

Man kann ja zu unseren „Eliten“ stehen, wie man will, aber wer Gewalt als Lösung propagiert, muss mit Assoziationen von Steinzeit und Mittelalter, nicht aber mit solchen von aufgeklärten „Dichtern und Denkern“ leben können:

„Wenn die Mehrheit der Bürger noch klar bei Verstand wäre, dann würden sie zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln.“

— Tatjana Festerling (Pegida) am Montag (11.01.2016) in Leipzig

Glücklicherweise ist die Mehrheit der Bürger in Deutschland noch bei Verstand und versucht nicht, jede Diskussion mit einem Schlag ins Gesicht des Gegenübers für sich zu entscheiden.

Deutsche Sauberkeit…

… gibt es bei euch Pegidisten wohl nicht als Schlagwort im Kanon eures Angstgeschreis vor Überfremdung und Verlust „deutscher Leitkultur“! Nach jedem eurer Aufmärsche — übt ihr für ein Revival der 1930er/1940er? — strotzen Straßen und Plätze vor Müll. (Ist übrigens auch etwas, dass „das Volk“ — diesmal nun tatsächlich, nämlich jeder Steuerzahler — bezahlen muss, diese ansonsten unnötigen städtischen Saubermachaktionen nach jeder eurer Zusammenrottungen!)

Wie wär’s also, wenn ihr mal bei euch selbst anfangt mit den vielbemühten „deutschen Werten“? Kippen & Co. einfach in den Mülleimer und schmutzige Gedanken am besten nicht ausspucken — ist doch ein Anfang… (Und dann erst noch die Lärmbelästigung jeden Montag abschalten, das wäre aber vermutlich zu viel verlangt, oder?)