Leere Worte 7

Es ist schon sehr aufschlussreich, was der Ärztepräsident neulich hat verlauten lassen. Im Zuge der zwei jüngsten Organspenden-Skandale und der folgenden Diskussion um eine staatliche Kontrolle der bisher privatwirtschaftlich organisierten Spendenorgan-Vermittlung sagte Montgomery:

Wir sind der festen Überzeugung, aus der Erfahrung die wir gehabt haben, dass in dieser Fragestellung die Politik alleine ja keinen eigenen Sachverstand hat, auch Behörden keinen eigenen Sachverstand haben. Man kommt nicht ohne die Mitarbeit mit den Transplantationsmedizinern aus, weil es hier um medizinisch-wissenschaftliche Fragestellungen geht.

Tagesschau vom 9.8.2012 (inzwischen leider depubliziert)  —

Statt eines staatlichen Kontrollgremiums möchten Ärzte, Kliniken und Krankenkassen lieber auf das Vier-Augen-Prinzip bei der Auswahl von Organempfängern setzen, also dem auswählenden Arzt einen weiteren, unabhängigen Arzt im Verfahren beiseite stellen. Zusätzlich müssten Kontrollen stattfinden, für die Menschen mit polizeiähnlicher Gewalt notwendig seien (siehe auch hier).

An dieser Stelle weiß ich wirklich nicht mehr, ob ich ob der Dreistigkeit Montgomerys empört oder amüsiert sein soll. Zum einen finde ich es ja lustig, dass „Behörden [zutreffender hier aber vielleicht: einzelne Behördenmitarbeiter] keinen eigenen Sachverstand haben“ sollen. Diesen Mangel konnte man bisher an einigen Beispielen ja auch gut feststellen — z.B. neulich hier, hier und hier. Aber dies ausgerechnet dann noch zu postulieren, nachdem die eigene medizinisch-wissenschaftliche Organisation und Selbstkontrolle der Organspendenverteilung versagt hat, erscheint doch eher vermessen.

Ob an dieser Stelle ein vermeintlich unabhängiges Augenpaar mehr und gelegentliche Kontrollen von Menschen mit polizeiähnlicher Gewalt — und wer bitte soll das sein? — Abhilfe schaffen, bleibt doch sehr fragwürdig. Generell gehört eine so grundlegende Aufgabe wie die Verteilung von Organspenden — oder doch zumindest ihre Kontrolle — in die Fürsorgepflicht des Staates und nicht in privatwirtschaftliche Hände, oder?

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Das, was NDRinfo  letzten Donnerstag berichtete, ging sofort durch alle Medien. Die Schufa führt zusammen mit dem Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik der Universität Potsdam eine Studie durch, in der man erforschen möchte, wie man die Daten der sozialen Netzwerke nutzen kann, um die Kreditwürdigkeit der Teilnehmer zu beurteilen.

Zwei Gedanken dazu:

  1. Der Begriff Follower bekommt eine ganz neue Bedeutung.
  2. „Schufa wants to be friends with you on Facebook.“ Ähm, ich denke, ich lehne ab!

Fish für alle!

Es ist zwar schon vergleichsweise lange her, doch ist mir der vorvorletzte Mittwochabend bzw. dessen Nacht noch deutlich und ohrwürmelnd in Erinnerung… Irische Lieder und auch selbstgeschriebene deutsche, Gitarren, Cello, Mundharmonika, Keyboard und vor allem eindringliche und whiskeyrauchige Stimmen — Eric Fish & Friends waren in der Scheune in der Alaunstraße Dresden in bester Stimmung! (Unvergesslich auch aufgrund der verpatzten Einsätze bei diesem einen verflixten Lied, den unweigerlich folgenden und weitere Patzer verursachenden Lachanfällen und den immer wieder schrägen Blicken zu Eric Fish und ins Publikum — danke, Rainer! — wenn mal wieder zu früh losgejubelt wurde… Dank übrigens auch für die herumgereichte Whiskey-Flasche — auch wenn ich nun wirklich kein Fan von JD bin!)

Etwas wehmütig, weil vorbei, etwas vorfreudig, wartend auf den nächsten langen Liederabend, und sehr dankbar für die neuen (bzw. alten) Ohrwürmer — die mehr schlechten als rechten Handyfotos werden der Stimmung einfach nicht gerecht. Hier sind sie trotzdem:

Ich kann nur empfehlen, den Fünfen selbst einmal zuzuhören, besser live als aus der Konserve, macht definitiv mehr Spaß! Es war jedenfalls eine großartige Wochenmitte, auch wenn der Morgen danach nur mit Streichhölzern in den Augen zu ertragen war…