Scanner Darkly

Es ist kaum zu glauben:

Kaum hat die AfD ihr Parteiprogramm fertig, sieht man in Dresden schon wieder die ersten KdF-Wagen*.

KdF

Als sofortige Gegemaßnahme und um Feuer mit Feuer zu bekämpfen, haben wir umgehend diesen Dokumentenscanner bestellt:

TerrorScanner

Wie der durch den Zoll gekommen ist, weiß ich auch nicht, aber nach genauerer Hörprüfung tickt er zumindest nicht.

*Disclaimer: Ich kenne den Besitzer des Wagens / der Firma nicht und will ihm hier auch keine bestimmte Gesinnung unterstellen. Höchstens etwas geschichtliche Unaufmerksamkeit.

JAVA ist SCH***

Schon gewusst? Nicht? Ich hatte es wieder verdrängt, aber mit der Taktik kommt man maximal bis zum nächsten Java-Update… (Zur atmosphärischen Untermalung dieses Beitrags bitte an dieser Stelle lautes Wutschnauben imaginieren!)

Java — das nervende Ding mit der dampfenden Kaffeetasse als Symbol — mault auf meinem Rechner schon eine Weile, es möchte bitte ein Update bekommen. Da Java mit zu den größten Scheunentoren der digitalen Welt gehört, kann man das nur begrenzt ignorieren, nötigt einen aber immer dazu, den Browser zuzumachen — was meinem Rechner bei dank der gefühlt hundert offenen Tabs immer leichte Nachdenkpausen beim Wiederherstellen abverlangt. Aber gut, irgendwann überwindet man sich halt und klickt auf den entsprechenden Button der Java-Update-Erinnerung.

Runde Nr. 1: Der Download benimmt sich wie ein Duracell-Häschen und läuft und läuft und läuft … und bricht irgendwann ab. Der Bluckdruck steigt.

Runde Nr. 2: Man navigiere auf die Herstellerwebseite und lade den Installer selbst herunter. Nach mehrfachen Versuchen — der Download blieb auch hier etliche Male bei 58,3 von 58,5 MB stehen (Blutdruck!) — dann endlich ein Erfolg und flugs geht es weiter zum Installieren…

Runde Nr. 3: Am Installationsende folgt der Hinweis, dass jetzt eine Seite im Browser geöffnet werde, auf der die erfolgreiche Installation zu verifizieren sei. Es könne ein Browser-Neustart notwendig sein (zumindest das war zu erwarten).

Runde Nr. 4: Selbst nach mehrfachem Browser-Neustart schlägt das Verifizieren fehlt — der Browser erkennt kein Java. (Leichte Röte steigt den Hals hoch…)

Runde Nr. 5: Wiederholung von Nr. 2 bis 4 mit gleichem Ergebnis (und vermehrter Gesichtsfärbung).

Runde Nr. 6: Voller Resignation folge ich der Einblendung am oberen Seitenrand des Browsers: Problems installing? JA?! Wirklich hilfreiche Anwort: Apple supplies its own version of Java. Java version 7 is not compatible with Chrome. Although not recommended due to security vulnerabilities, you can restore Java version 6 to continue using Chrome.

Runde Nr. 7: ARGH!!! (Scheunentor ganz weit öffnen oder mit den vielen offenen Tabs von Chrome wieder zu Firefox umziehen? Na, ich vertage das Problem mal und gucke, wie weit ich ohne Java durch die Weiten des Netzes stehsegeln kann…)

Und für alle klugen Köpfe, die jetzt sagen: Selber schuld, wer benutzt auch einen Mac… — Ja, weiß ich, sehe ich auch so! Apple war mal gut, bevor es hip wurde; inzwischen suche ich Ersatz, aber Regen und Traufen liegen manchmal verdammt nahe beieinander. Und Java ist nicht nur auf dem Mac eine Krankheit! Ich sage nur Installer! Oh well, shit happens…

PS: Runde Nr. 8: Alle Programme inklusive Java-Installer sind geschlossen, aber die Java-DMG lässt sich nicht unmounten. Und ich dachte, das wäre ein Windows-Problem?! Geht doch alle nach Hause!!

Wir werden alle sterben

Aus gegebenem Anlass möcht ich an dieser Stelle allen Beteiligten gratulieren:

den völlig wahnsinnigen Al-Qaida-/ISIS-/Was-auch-immer-Terroridioten, unseren besorgten (Innen-)Politikern und ihren willfährigen Medienschlam… Mediengehilfen.

Damit mich jetzt niemand falsch verstehe: Was da in Paris passiert ist, ist indiskutabel eine Ungeheuerlichkeit. So manche Reaktion darauf aber nicht minder.

Immer wieder hört man Innenexperten, und darunter sollen hier auch Personen wie Herr Wendt oder Herr Zierke subsummiert werden, vor der Gefahr durch den islamischen Terrorismus warnen. Die abscheulichen Taten von Paris haben jetzt weiter dazu beigetragen, viele Menschen von der Realität dieser Gefahr zu überzeugen. Selbst hier in Sachsen mit seinen unter 0,1 Prozent Muslimen soll es zurückgekehrte ISIS-Kämpfer geben. Ja, es soll sogar Leute geben, die ihre Teilnahme an der Anti-Pegida-Kundgebung auf dem Neumarkt absagen, aus Angst dort in die Luft gesprengt (oder erschossen?) zu werden.

Wie viele Sorgen müssen wir uns nun also machen? Wahrscheinlich keine.

In Deutschland ist bisher noch niemand bei einem islamistischen Terroranschlag gestorben, ganz im Gegensatz zu rechtsextremen Terroranschlägen.
Selbst wenn man die Opferzahlen von Frankreich nach Deutschland übertragen möchte, es waren siebzehn Tote bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 65,8 Mio., also etwa 2,5 * 10-5 Prozent, wären dies, hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung Deutschlands, also etwa 21 Menschen. Im Vergleich dazu sind in 2013 3.614 (0,0045 %) Deutsche bei Verkehrsunfällen und 44.813 (0,055 %) durch Lungen- und Bronchialkrebs ums Leben gekommen.

Ich verstehe sicherlich, dass jeder Tote eine Tragödie ist und man diese Zahlen nicht gegeneinander aufrechnen kann. Ich möchte aber demonstrieren, dass hier eine Gefahr postuliert wird, die statistisch völlig insignifikant ist.
Oder wieviele Leute kennen Sie, die nicht mehr auf die Straße gehen aus Angst überfahren zu werden?
Warum diskutieren wir Vorratsdatenspeicherung (ein für die Terrorabwehr übrigens völlig ungeeignetes Werkzeug) statt Tempo 120 auf den Autobahnen oder mehr Geld für die Krebsvorsorge oder -forschung?

In diesem Sinne:
Möge Allah Sie auf Ihrem Wege zum Zigarettenautomaten beschützen!