Vampirtod, zweiter Teil

Wir erinnern uns an Nosferatu, dessen dramatischer Habitus anlässlich seines Endes nicht ganz den Effekten seines Abgangs entsprach. Wie sehr sich Vampire und auch ihr Ableben den modernen Anforderungen visueller Wahrnehmung angepasst haben, zeigt uns Lousie aus „Wir sind die Nacht“. Dieser deutsche Film aus dem Jahr 2010 veranschaulicht äußerst ansprechend, wie so ein durch Sonnenlicht herbeigeführtes Ende endet. Hierbei kann man sich auch nicht des Eindrucks erwehren, dass es neben den offentsichtlichen Schmerzen (Das muss einfach wehtun!) auch ein gewisses Maß an Genuss — oder Erlösung? — bereitet.

Wir sind die Nacht - Louises Ende 87:27 min
Wir sind die Nacht (time stamp 87:27 min)

Vampirtod, erster Teil

Den Auftakt zu einer scheinbar endlosen Reihe über Mittel und Wege das Leben von Untoten, in diesem Fall Vampiren, doch tödlich zu beenden, macht heute der altehrwürdige Nosferatu (F.W. Murnau im Jahr 1922). Schließlich weiß man seit Polanskis „Tanz der Vampire“, alle naturwissenschaftliche Neugier beginnt mit der Angst vor Vampiren.

Der Vampirtod bei Murnau fällt wohl in die Kategorie sonnenlichtinduzierter Herzinfarkt. Symptomatisch hierbei ist die endgültige Desintegration des Körpers unter geringer Rauchentwicklung.

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PS: Man beachte, dass Vampire in dieser Zeit — entgegen weitläufig verbreiteter Meinung —  ein Spiegelbild haben!

Überfliegerstraßennamen

Vor der Wende waren sie keine Seltenheit, die Straßen und Plätze, die nach dem ersten Menschen im Weltraum benannt wurden. Fast überall in den Ostblockstaaten gab es in den 1960ern, natürlich nach seinem Flug ins Weltall im April 1961, zahlreiche Straßenumbenennungen. In den seltensten Fällen wurden sie extra für ihn gebaut, so nehme ich an. Noch 35 sind seit dem Mauerfall davon übriggeblieben. Auch in Erfurt blieb uns der „Juri-Gagarin-Ring“ erhalten. Sogar eine Büste schmückt den Platz vor den inzwischen liebevoll sanierten 15-geschossigen Plattenbauten. Man könnte denken, dass die Thüringer hier ganz im Sinne Rainald Grebes nach dem Motto „David Bowie ist auch schon mal drüber geflogen“ gehandelt hätten. Und zugegebenermaßen hätten sie damit ja auch nicht völlig unrecht, schließlich umrundete Gagarin während seines Weltallaufenthaltes ja die ganze Erde innerhalb von 108 Minuten, also vielleicht auch Erfurt. Aber nein, er war wirklich da, in Erfurt, im Jahr 1963! Unfassbar! Zugegeben, die Umbenennung der Ringstraße im  Jahr 1964 war nicht die schlechteste Idee. Denn welche Stadt, selbst die sozialistischste Ostmetropole, würde eine ihrer Hauptstraßen nach einem chinesischen Diktator benannt wissen wollen. Die Ringstraße in Erfurt trug zwischen 1951 und eben 1964 den Namen „Mao-Tsetung-Ring“.