Sascha Lobo schreibt bei Spiegel-Online einen Artikel auf der Grundlage eines Artikels von Patrick Breitenbach. Er schreibt: “Breitenbach hat auf dem Blog der Karlshochschule die als Belege wiederholten Zitate jeweils bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt: Im Kontext bleibt wenig übrig von den aggressiven Vorwürfen – unabhängig davon, wie man zu Gaucks Überzeugungen stehen mag. Eventuelle substantielle Kritik aber wird entwertet, wenn sie neben Quatsch-Kritik steht.”
“Hää?, [... fragt sich Breitenbach zu Gaucks Bemerkung "Occupy sei unsäglich albern":] Kann es sein, dass ich mich mit meinem bisherigen Urteil so getäuscht habe? Schon damals als der Spiegel Online Artikel zu Gaucks Occupy Bemerkung veröffentlicht wurde, kam mir dieser Beitrag widersprüchlich vor. Zum einen war die Überschrift überhaupt nicht im Einklang mit dem geäußerten Inhalt und zum anderen ist mir sehr wohl bewusst, wie Medien manchmal arbeiten, nämlich stark simplifiziert und immer auf der Suche nach einer geeigneten Schlagzeilen-Sensation. Als sich gestern im Laufe des Tages solche Schlagzeilen gegen Gauck mehrten, machte ich aus meiner Verwunderung eine Tat: Ich begab mich auf die Suche nach den jeweiligen Originalquellen, denn die einzigen Artikel, die immer wieder als Quelle zum Beleg und Unterfütterung der Anti Gauck Aussagen verwendet wurden, waren eben die, die eine Quelle fragmentarisch interpretiert haben und sie nicht 1:1 in voller Länge wiedergaben.”
Den Medien wirft Breitenbach also vor, bei Gelegenheit stark simplifizierend zu arbeiten. Seine ihm von Lobo attestierte Leistung, die kritisierten Zitate Gaucks bis zu ihrem Ursprung zurück zu verfolgen, mündet bei Breitenbachs Diskussion von Gaucks-Occupy-Bashing in: “Hier bin ich noch auf der Suche nach der ursprünglichen Quelle:” Das hält ihn aber nicht davon ab einen langen Absatz folgen zu lassen, über all jene, die dieses Zitat falsch verwenden würden.
Lobo kann auf der Grundlage von Breitenbach nicht sehen, was Breitenbach nicht sieht. Das hält ihn aber nicht davon ab, das Nichts fortzuschreiben und andere zitieren dann wieder Lobo. Das ist effizient, sozusagen ein Lobomat, eine Quatschfortschreibungsmaschine.
Wer Analysen sucht, der greife zur gedruckten Süddeutschen oder FAZ. Die kosten Geld und damit bezahlt man dann Qualität.
Ich hoffe auf einen Bundespräsidenten, der politisches Engagement auch dann würdigt, wenn er es in der Sache nicht teilt. Teilen wir doch unser Land selbst dann, wenn wir Quatsch schreiben. Unser Bundespräsident aber, so hat es Lammert bei der letzten Wahl charakterisiert, darf sich um Überparteilichkeit mühen.
P.S.: Ich bitte um Verständnis, dass ich meine Quellen fragmentarisch interpretiert habe “und sie nicht 1:1 in voller Länge wiedergab”. Mir schien, dass ich sonst den Sinn eines Zitats verfehlt hätte. Dafür habe ich aber alle Quellen zum selber nachlesen angegeben.
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