Vampirtod, dritter Teil

Es hat lange gedauert, bis dieser dritte Teil der Reihe „Vampirtod“ erscheinen konnte. Aber es sind immerhin ganze sieben Staffeln Buffy, die geschaut und analysiert werden mussten. (Über den Film von 1992 werde ich kein weiteres Wort verlieren. Trotz Luke Perry, Donald Sutherland, Rutger Hauer und Hilary Swank bin ich mir sicher, dass dieser Film kein richtiger Vampirstreifen ist.)

Kommen wir also zurück zur wahren Buffy. Sie ist die Meisterin im Töten von Vampiren. Keine(r) hat so viele auf dem Gewissen, wie sie. Die Methoden sind dabei vielfältig: Natürlich das bereits zweifach beschriebene Ende durch Sonnenlicht, dazu kommen Köpfen, in Brand setzen und Pfählen. Hierfür kann man nicht nur Pflöcke, sondern auch eine Armbrust, den gelegentlichen Zaunpfosten oder sonstige angespitzte Gegenstände, Weihwasser oder auch Kruzifixe zur Hand nehmen, um einen gelungenen Auftritt für Buffy für ein nicht minder gelungenes Vampirabtreten hinzulegen.

Apropos Auftritt. Ich bin mir nicht hunterprozentig sicher, ob dieser Vamp-fakt bereits in älteren Filmen zur Sprache kam. Laut Buffy-Universum können Vampire ein Haus nur betreten, wenn sie vom Hausherren gebeten werden. Ein interessanter und durchaus nützlicher Hinweis. Danke, Buffy!

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Dass eine Vampirjägern die — wörtliche — unsterbliche Liebe (Ok, nur für die ersten drei Staffeln, aber man wird ja noch träumen dürfen) mit einem Vampir findet, ist Ironie des Schicksals. Aber das war ja gerade das Konzept der Serie, zumindest bis Angel selbst zum Helden von LA wurde und eine eigene Serie bekam. (Ein Spin-off für diejenigen, die eine Beziehung einer Minderjährigen mit einem über 200-Jährigen nicht gut heißen wollen.) Ach ja, und dass Buffy nach Angel mit dem nächstbesten Vampir zusammenkommt, und dass dies ausgerechnet Spike sein muss, werde ich den Machern der Serie nie verzeihen.

Aber einen durchaus genialen Schachzug muss ich ihnen zugestehen: Einfach am Anfang einer neuen Staffel die kleine Teenage-Schwester von Buffy auftauchen zu lassen, so zu tun, als ob sie schon immer da gewesen wäre und erst viele Folgen später den Zuschauern eine Erklärung dafür anzubieten, ist ein wirklich starkes Stück und dürfte auch in der Geschichte der Fernsehserien ein Novum gewesen sein. Ich weiß noch, wie ich ziemlich lange Wochen jeden Mittwoch vor dem Fernsehr hing und mich die ganze Zeit nur eines fragte: „Hä? Was geht hier vor? Wo bin ich? Hab ich was verpasst?“ Wie gesagt, ein Geniestreich.

Ok, man könnte jetzt sagen, Buffy, das ist doch ein alter Hut. Wen interessiert das denn noch? Doch ihr werdet es nicht glauben, aber seit zwei Jahren hält sich hartnäckig das Gerücht um einen neuen Buffy-Kinofilm. Angeblich sollen daran dann weder die Charaktere der Serie noch deren Produzent Joss Whedon teilhaben, da man nur die Rechte für die Un-Vampirfilmfassung von 1992 erworben hat. Und das alles nur, weil Vampire mal wieder angesagt sind.

An dieser Stelle möchte ich mich der Meinung des Erfinders von Buffy, Joss Whedon, anschließen, der auf die Ankündigung einer Neuverfilmung mit folgenden Worten reagierte:

I always hoped that Buffy would live on even after my death. But, you know, AFTER.

E!online, 22.11.2010

 Lieber Mister Whedon, Ihnen noch ein langes, langes Leben!