Was tun mit einem 60Millionstel?

Wer jetzt noch nicht weiß, was er wählen sollte, der gehört zu den Unzufriedenen, zu den Unzufriedenen, die sich im bundesdeutschen Parteienspektrum nicht gut aufgehoben fühlen und daher generell einen Politikwechsel wollen. Wie kann man daraus eine vernünftige Option zimmern?

Erstens kann man seine Wahlentscheidung an einer negativen Reduktion ausrichten. Dazu muss man sich ein Kernthema hernehmen und schauen, wie die persönlich generell präferierten Parteien dazu stehen.

  • Ein Beispiel, die Wirtschaftskompetenz:  Was ist von einer Partei zu halten, die als Lösung aller Wirtschaftsprobleme die Wiedereinführung der D-Mark verspricht? Kurzfristig kommt es zu einer starken D-Mark, die bei vielen Exporten innerhalb der EU zu einer extremen Verteuerung der Exportwaren führt, dann kann man mit einbrechenden Exporten rechnen und mittelfristig mit einer Abwertung der D-Mark. Langfristig wäre der Schaden, in diesem einfachen Modell, wieder zu beheben, wenn sie persönlich nicht vorher ruiniert sind und die chinesische oder amerikanische Konkurrenz nicht längst ihre alte Position ausfüllt. Zusätzliche Kosten für die Währungsumrechnungen sind dabei jetzt noch gar nicht beachtet worden, aber die AfD scheint so wirtschaftskompetent, wie sie sich gibt, dann auch wieder nicht zu sein. (Dies zeigt sich auch daran, dass die AfD im Laufe des Wahlkampfes ihre D-Mark-Jetzt-Haltung komplett umgedreht hat. Inzwischen will man die Bundesrepublik zum letzten Lande mache, das den Euro aufgibt.) Sonstige zu wählen, ist also in dieser Hinsicht nicht die beste Entscheidung. Besser ist man da schon mit Parteien dran, die den Mut hatten, ein durchdachtes Diskussionspapier zur Steuer- und Wirtschaftspolitik auf den Tisch zu legen. so mutig waren die Grünen und die SPD, die Empfehlung für die CDU war wohl, sich an der hohen Verschuldungspolitik der letzten Jahre ein Beispiel zu nehmen und auf deren Fortsetzung zu hoffen. Gut, wer’s mag.

Zweitens kann man Wetten abschließen:

  • Wer eher auf Glücksspiel setzt, der kann sich auch spekulativ entscheiden. Man müsste also im Wahlkreis schauen, welcher Direktkandidat die besten Aussichten hat und wer knapp oder deutlich dahinter liegt, um dann für einen Wechsel auf Bundesebene zu optieren. Außerdem bliebe dann noch, auf  die Parteienstimme zu wetten: Also z.B. mit einer Stimme für die Piratenpartei mutig gegen die Wahrscheinlichkeit ankämpfen, dass diese Stimme verloren ist und die Piraten die 5 % -Hürde dann leider doch nicht kapern oder aber mit seiner Stimme für die Grünen, deutlich gegen die Fortsetzung einer CDU/CSU-geführten Regierung  stimmen. Das alles ist bitter, aber immer noch besser als faul zu Hause zu bleiben.

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