Gib mir Bass, Bass, ich brauche das

Wer Lieblingsbands hat, der geht gern unter Leute um in Emphase zu ertrinken. Die Anwesenheit der Anderen rechtfertigt dies jedoch nicht, denn bei aller Sympathie zur Musik, gibt es natürlich viele andere Gründe ein Konzert zu besuchen. Manch einer will seinem Geschlechtspartner demonstrieren, dass er noch zu ganz anderen Verdrängungsleistungen im Stande ist, als zu den in der Beziehung immer wieder gern angemahnten. Wer also später kommt, sich aber den Weg nach vorne bahnt, kann auch zwischen drin immer noch mal Bier holen, weil die auf Umstehende verteilte Menge Getränk, den eigenen Durst nicht löscht. Der eine oder andere mag auch Körperkontaktkarate beherrschen und ist so für sein arrhythmisches Gebaren entschuldigt, ebenso die kleinen Mädchen, die bauartbedingt auf 78 laufen und 33 nicht können. Ganz generell beweist sich, dass Deutsche besser marschieren können als tanzen, so dass zu allem was mehr als einen Beat hat, gepogt wird. Hierzu passt denn auch die Beschalllungstechnik in Sachsens Hauptstadt, die arcade fire auf germanische Mythologie trimmte. Donars Donnerhall versetzte das Publikum in Ekstase. Anders wäre es auch nicht auszuhalten gewesen. Eigentlich machen die ja gute Musik, die in einem Konzerthaus gut aufgehoben wäre, aber der Mammon schwemmt bei ausgefüllten Plätzen mehr Geld in die Kassen. Lediglich versteckte Fallen aus Anfangstagen, wie die Kindergeburtstagskonfettikanonen am Ende des Konzerts, erinnerte daran, hier ist eine große Spassbänd auf der Bühne.