Dislike!

DislikeZwar erhitzen sich die Gemüter gerade an der Prism-Affäre und der Vorrats-, Bestands- und Mindestdatenspeicherung, aber was das eigentlich für einen persönlich bedeuten kann, habe ich erst jetzt so richtig begriffen.

Ich gebe offen zu, ich habe ein Facebook-Konto. Ich hatte es mir zugelegt, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, die ich während eines Auslandssemesters kennengelernt hatte. Das ist inzwischen fast sieben Jahre her. Seitdem nutze ich Facebook eher sporadisch, habe vergleichsweise auch recht wenig ‚Freunde‘. Regelmäßig bekomme ich daher eine E-Mail von Facebook mit Vorschlägen, wer denn alles als Freund/Freundin für mich in Frage käme.

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass mir Leute vorgeschlagen werden, mit denen ich mehrere Freunde gemeinsam habe. Daher achte ich auch schon nicht mehr auf die wöchentliche Belästigung. Doch die letzte Mail machte mich stutzig. Zum einen war da eine Facebook-Seite eines Online-Stores, den ich eigentlich nur ein paar mal im Internet aufgesucht habe, also nie über ein soziales Netzwerk. Zum anderen — und das war der eigentliche Schock —  schlug man mir einen jungen Mann vor, gerade 18 und zufälligerweise der Sohn von meinem Freund!!!! Wir haben uns bisher noch nicht einmal kennengelernt, ich glaube, er weiß gerade mal, dass sein Vater eine Freundin hat. Wir wohnen nicht einmal zusammen, teilen weder Telefon noch Internetanschluss. Uns verbindet also theoretisch nichts — vor allem nichts Virtuelles. Da fragt man sich ernsthaft, welche Datenbanken Facebook eigentlich noch so anzapft. Und bitte erzählt mir jetzt nichts von Zufall – ich glaube nämlich nicht an Zufälle!