Seine Freunde nennen ihn Hasselhoff…

… aber er hat keine. (ZDF, heute-show)

Und jene die er doch hat, sollten es sich dringend noch einmal überlegen.

Ich habe keine Ahnung, was die Frühaufsteher in Sachsen-Anhalt ausgefressen haben, aber wenn an der alten Weisheit „Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient“ etwas dran ist, muss es wahrlich grauenhaft gewesen sein. Könnte man den Fauxpas über die „ostdeutschen Frauen“ noch als blöden Machospruch abtun, dürfte Herr Haseloff (CDU), seines Zeichens Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, die Grenze des Erträglichen nun endgültig überschritten haben. In einem Interview mit dem Radiosender MDR Sputnik verglich er die unter anderem von Amnesty International geforderte Kennzeichnung von Polizisten im Einsatz implizit mit der Kennzeichnung von Juden mit dem Judenstern im Dritten Reich.

Auch aus der deutschen Geschichte halte ich eine Kennzeichnungspflicht für Menschen schlicht und einfach für unerträglich und unakzeptabel.

— zu hören hier ab Min. 16:15 —

Damit diffamiert er nicht nur all jene, die sich für mehr Transparenz bei der Ausübung des staatlichen Gewaltmonopols stark machen, sondern beleidigt auch alle Opfer der gnadenlosen Rassenpolitik der Nationalsozialisten. Auch ist eine solche Diskussion natürlich fernab jeder historischen Realität, da die beiden Dinge — abgesehen vom Fakt der Kennzeichnung — rein gar nichts miteinander zu tun haben und völlig unterschiedliche, ja gegensätzliche Ziele verfolgen.

Natürlich wurde nach dem Interview schnell zurückgerudert, die Aussage sei “vor dem Hintergrund persönlicher Erlebnisse und Erfahrungen in der DDR geäußert” worden. Es mag an meiner nicht allzu ausgeprägten DDR-Vergangenheit liegen (Baujahr ’82 im schönen Freiberg bei Karl-Marx-Stadt), aber mir will nicht so recht einleuchten, was da wohl gemeint sein sollte. (Klärende Kommentare sind willkommen!)

Ach ja, und die ganze Aufregung in der Opposition ist für die CDU Sachsen-Anhalts ja auch überhaupt nicht nachvollziehbar und „ein Ablenkungsmanöver, welches die eigentlich schon beendete Debatte zur Kennzeichnung von Polizisten verzögert“, meint der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, Jens Kolze, denn auch folgerichtig. Außerdem „geht [es] hier nicht darum, politische Vergleiche zu bewerten oder die Aussagen von Regierungsmitgliedern zu kommentieren“, so Kolze weiter.

Eine Antwort auf „Seine Freunde nennen ihn Hasselhoff…“

  1. Den Mann hat übrigens die SPD ins Amt gelassen. Dabei hatten die Wähler doch die Grundlage für einen Regierungswechsel gelegt. Aber die SPD wollte ja unbedingt Ministerpräsident sein, statt ihre niedrigen Wahlergebnisse hinzunehmen. Richtige Fachkräfte bleiben halt gerne unter sich.

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