zoon politicon und die Sorge um sich selbst

oder wie es der alte Barde Degenhardt sang „Einsam und frei wie ein Baum und dabei brüderlich wie ein Wald, diese Sehnsucht ist alt“. Seit langem gibt es den Verdacht, dass der Unterschied zwischen Links und Rechts (Konservativ plus Liberal) darin besteht, dass die ersteren an den guten Menschen glauben, wohingegen letztere den Menschen aus krummem Holze geschnitzt fürchten. Freilich wird dabei gern übersehen, dass die Formel „Handle nach der Maxime, die sich selbst zugleich zum allgemeinen Gesetze machen kann.“ eben dann doch auch nur eine Appellation an den guten Menschen ist. Ob die Rationalität der Handelnden aber diese Allgemeinheit umfassen kann oder aus ihrer individuellen Perspektive aus rationalen Erwägungen zum eigenen Vorteil tatsächlich umfassen sollte, bleibt offen, aber zu hoffen. Leider nehmen in der Demokratie die Werbeaspekte der Politik so zu, dass auch Frau Schleswig, um nur irgendein Beispiel zu nennen, vom Markenkern ihrer Partei spricht. Der Kern ihrer Partei bestand freilich für eine gar nicht so kurze Zeit ihrer Geschichte aus dem Blut der Arbeiter, heute jedoch nur noch aus der Option Jahreswagen von VW weiterverkaufen zu können. Bleibt die Hoffnung auf die, die zwar glauben aus krummem Holze geschnitzt zu sein, es jedoch wohl gerade deswegen nicht sind, und ihre Hoffnung nicht verloren haben, dass da draußen mehr sind, die ein Gemeinwesen für machbar halten und die Demokratie nicht nur für einen lobbyistischen Selbstbedienungsladen.